Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Wasserillusionen – mitten drin

Wasser ist für mich ein unerschöpfliches Fotothema. Weil es immer in Bewegung ist, weil es immer wieder andere Formen und Farben zeigt. Meterhohe Wellen faszinieren mich dabei genauso, wie kleine Wassertropfen oder flüchtige Lichtspuren.

Januar 2023 – Tobendes Meer

Die Bildergebnisse sind oft überraschend und meistens nicht exakt planbar. Wobei trotzdem eine grobe Strategie, Einschätzung des Lichtes und der Perspektive hilfreich sind. Das Experimentieren mit diesen Parametern – solange bis das Foto mich zufrieden stellt – macht für mich einen Teil der Faszination aus.

Um eine neue Perspektive zu erkunden fand ich es interessant, die Kamera auch im Wasser dabei zu haben. Dafür benutze ich die kleine Olympus TG-5, die bis 15 Meter Wassertiefe ohne zusätzliches Gehäuse mit baden gehen und obendrein Raw-Daten aufnehmen kann. Das Letztere versöhnt mich ein wenig mit dem kleinen Sensor. Im Bericht „Der Tanz der Medusa“ vom 12.08.2022 siehst du einige damit gemachte Unterwasser-Aufnahmen. Die Quallen mit ihren brennenden Nesselfäden hätte ich mit einer großen Kamera gar nicht erst versucht aufzunehmen. Die apparative Leichtigkeit erschließt hier für mich neue Sichtweisen. Ich kann mitten drin, ganz nah dran fotografieren, bin aber, wenn nötig auch ganz schnell raus aus der Gefahrenzone.

Rätselhaftes Licht (aus d. Bericht Schluchtenexpedition)

Zur Obsession jedoch wurden für mich eine andere Technik: mit der Kameralinse halb im – halb unter Wasser ergeben sich neue Effekte mit Spiegelungen und Lichtspuren. Dabei können Fotos entstehen, die die gewohnte Realität extrem verfremdet zeigen. Rätselhaft und unwirklich, Experimente mit Wasser und Licht.

Geheimnisvolle Insel

Einige Ergebnisse des zurückliegenden Sommers kannst du in der Galerie unten anschauen. Sie sind am Meer am Spülsaum und im Wasser entstanden, schwimmend oder gerade eben noch mit Grund unter den Füßen. Dem Vorteil der unkomplizierten Leichtigkeit stehen natürlich gewichtige Nachteile gegenüber. Der kleine Sensor hat einem sehr viel geringeren Dynamikumfang als ich ihn von meiner 5D gewohnt bin, die 12 Megapixel bieten kaum Ausschnitt-Reserve, die Kontrolle des Bildes während der Aufnahme über das Display ist bei Wellengang nur bedingt möglich, meistens muss der Horizont hinterher noch ausgerichtet werden.

Mitten drin in den Wellen!

Bis ein Foto dabei ist, mit dem ich zufrieden bin, das interessante Spiegelungen oder die Unter- und Überwasserwelt zeigt, an der richtigen Stelle scharf ist und einen halbwegs geraden Horizont vorweist, muss ich den Auslöser viele Male drücken. Das gefällt mir noch nicht so richtig. Auf den Geschmack gekommen, möchte ich in diesem Jahr testen, ob sich etwas Ähnliches mit der großen Kamera auch realisieren lässt. Größere Sensordynamik und mehr Crop-Reserve wären schon gut. Ob die Bildgestaltung über Sucher oder Display einfacher wird wäre noch die Frage. Ich werde berichten, wie dieses Experiment ausgeht.

Hier eine kleine Auswahl der Ergebnisse vom Juli 2022 – Januar 2023. Meine Favoriten sind die Nrn. 8 und 10. Und welche gefallen dir am besten?

6 Gedanken zu “Wasserillusionen – mitten drin

  1. Christa Jedelhauser

    Hallo Michaela,
    das sind im wahrsten Sinne Bilder über „Wasserillusionen – mitten drin“. Sehr eindrucksvoll, manche auch mystisch. Macht natürlich auch die Perspektive von gerade noch nicht unter Wasser und mit den grandiosen Spiegelungen aus. Element Wasser – steht in seiner Symbolik für das Leben und ist immer in Bewegung – lebensnotwendig – manchmal sanft, manchmal erschreckend wild…!
    Die Nr. 10, 11 und 20 beeindrucken mich besonders, wobei alle Fotos den Titel der Serie gerecht werden und fantastisch sind.

    Herzliche Grüße
    Christa

    1. Michaela Artikel Autor

      Liebe Christa,
      vielen Dank für dein Feedback zu diesem Fotoprojekt der Illusionen. Wie schön, dass auch dir die etwas mystischen, nebulösen Fotos gefallen.
      LG
      Michaela

  2. Vittoria

    Brava Michaela sempre in cerca di nuovi traguardi.
    Fantastica questa serie metà in acqua e metà nella luce a me personalmente piacciono molto la 2 la 4 e la 10.
    Ma sono tutte fantastiche..
    Complimenti, Vittoria.

  3. Michael Nickel

    Das ist eine ganz spannende Serie! So wie du es beschreibst, kommt es mir vor, als ob der Einstieg in die Unterwasserfotografie wie Neu-Fotografieren-lernen ist. Interessant finde ich, dass gerade einige meiner Bekannten sich diesem Thema widmen.
    Ich mag gerne die etwas geheimnisvolleren Bilder, bei der 1 schimmern links unten so geheimnisvolle Spiegelungen, und bei der 13 sieht die Unterwasserwelt wie eine Art „Ursuppe“ aus. Aber ich mag gerne auch die „klassischeren“ Varianten wie z.B. die 19. dieser Tunnelblick mit der Spiegelung ist einfach genial.
    Vielen Dank fürs Teilen. LG Michael

    1. Michaela Artikel Autor

      Hallo Michael,
      vielen Dank für dein Feedback. Ich sehe meine neue Obsession gar nicht als „klassische“ Unterwasserfotografie, weil die Kamera ja immer mindestens zur Hälfte aus dem Wasser heraus schaut. Es ist eher so ein experimentelles Ding und das macht die Sache für mich so spannend. Darum freut es mich, dass auch du die eingestellten Fotos als „spannende Serie“ bezeichnest. Danke!
      LG
      Michaela

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