Vulkan-Pfade
Methana ist eine 55 Quadratkilometer große und bis zu 713 Meter hohe vulkanische Halbinsel an der Südküste des Saronischen Golfs. Doch für mich fühlt es sich bei der Ankunft jedes Mal – geografische Definition hin oder her – wie eine Insel an. Buchten, Strände, Klippen, ein kleiner Fischerhafen mit Tavernen an Wasser – Methana hat einfach Inselflair und wird auch, wie die anderen „richtigen“ Inseln im saronischen Golf, von den Ägäis-Fähren von Pireus aus angelaufen. Aber der fehlende Inselstatus ist ein Grund dafür, dass Methana es nicht in die Liga der touristischen Hotspots geschafft hat. Zumal die saronischen Schwesterinseln Hydra und Spetses sie durch Prominenz und Exklusivität schon immer in den Schatten gestellt haben.
Es gibt 13 bewohnte und 2 seit Jahrzehnten verlassene Dörfer, mehrere Thermalquellen mit jeweils unterschiedlichen Wasser-Eigenschaften, Pinienwälder, Olivenhaine und – mitten in der Landschaft – geschätzte 30 Lavadome. Es ist eine wilde, von den Vulkanausbrüchen der fernen Vergangenheit geformte Welt. Methana gilt auch heute noch als vulkanisch aktiv. Laut Wikipedia ist Methana „der nordwestlichste Ausläufer des Kykladenbogens, auf dem die aktiven Vulkangebiete Methana, Milos, Santorin und Nisyros liegen“.

Mehr als 35 Kilometer Wanderwege
Dreimal habe ich Methana mittlerweile besucht und jedes mal wieder etwas Neues entdeckt. Die steilen Berge sind von Dutzenden von aufgelassenen und vergessenen alten Pfaden durchzogen. Die schönsten dieser archaischen Wege wurden in den letzten Jahren von und für Wanderbegeisterte wieder freigelegt. Mit Stand vom Januar 2022 gibt es jetzt 35 Kilometer markierte Wanderwege auf Methana. Gut dokumentiert sind diese Methana Hiking Trails auf Schautafeln am Wegesrand, die erst 2022 neu überarbeitet wurden. Ich fand die meistens der 5 auf den Tafeln beschriebenen Trails zu lang, um Wandern und Fotografieren entspannt zu verbinden. Der Methana-Scout Ilias Rizos von der Non-Profit-Initiative Volcanotrails macht daraus abschnittsweise mehr als 12 Wanderungen, das passt für mich schon eher. Aber eigentlich sind es sogar noch mehr, denn die wieder freigelegten Wanderwege bilden ein Netz mit zahlreichen möglichen Kombinationen, Inselüberquerungen, Gipfelbesteigungen und Rundtouren.
Um 250 v. Chr. fand einige Kilometer oberhalb des kleinen Fischerhafens Vathi beim Dorf Kameni Chora ein Vulkanausbruch statt. Der daraus erwachsene Lavadom ist heute das bekannteste Wanderziel der Insel. Nach dem Anstieg durch einen Kiefernwald windet sich der Weg durch Lavafelstrümmer bis zu einer finsteren Vulkanschlot-Höhle. Der Blick von dort auf das Meer und die anderen Inseln des Saronischen Golfs ist mehr als fotogen. Eingeschworenen Methana-Fans halten den Sonnenuntergang an dieser Stelle für schöner als den auf Santorini. Ich kann das leider noch nicht aus eigener Anschauung kommentieren.
Auf der Schautafel an Startpunkt dieses Weges wird die Vulkangeschichte der Umgebung so erklärt: „Die Halbinsel Methana erhob sich vom Meeresgrund durch mehrere vulkanische Eruptionen, die vor einer Mio. Jahren begannen und vor 250.000 Jahren zum Ende kamen. Danach war für 2500 Jahre alles ruhig und die Landschaft, wie man sie heute sieht, war schon ausgeformt. Um 250 v. Chr. jedoch gab es eine kleinere Eruption, die u.a. in den Schriften von Pausianas erwähnt wird. … Die Lava floss auf Methana so viskos, dass sie sich vertikal aufstaute und damit hohe, steile Berge schuf.“

Die Taubenhöhle
Die Tauben-Höhle Peristeri-Cave befindet sich über der Küstenstraße nach Vathi. Der Zugangspfad ist kurz, aber mit Fotorucksack und Stativ beladen nicht ganz einfach zu laufen. Nach einem kurzen Aufstieg geht es hinab zum Höhleneingang und dem ersten Seeabschnitt. Es wird davon abgeraten, ohne spezielle Höhlenforscher-Ausrüstung und entsprechende Erfahrung (Helm, Taschenlampe, usw.) noch weiter hinein zu gehen.
Vulkanische Zeugnisse – heiße Quellen und bunte Steine einer Molfetta-Bucht
Es gibt drei heiße Bade-Quellen auf Methana, zwei in bzw. in der Nähe von Methana Stadt, die dritte sprudelt an der Nordküste bei Agios Nikolaos. Nach einem einfachen Abstieg auf gewundenem Feldweg hat mich die Farbenpracht der Steine in der Thiafa Molfetta-Bucht begeistert. Es finden sich immer wieder neue Muster und Strukturen, die darauf warten, mit der Kamera eingefangen zu werden.
„Die Natur vermachte Methana die Vulkane und die heißen Quellen. Die Bewohner errichteten Dörfer, Kirchen, Wege, Felder, Zisternen, Wein- und Ölpressen und viele andere bemerkenswerte kleine Bauwerke.“ lese ich bei Volcanotrails und dabei fällt mir der geheimnisvolle Turm auf der Throni-Ebene ein.
Zum Abschluss hier wie immer eine Galerie mit einigen meiner Methana Fotos, die bei insgesamt drei Besuchen zwischen 2015 und 2022 entstanden sind. Mein Favorit ist das Bild Nummer 32. Und welches gefällt dir am besten?
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- Schluchtenexpedition in Griechenland
- Zu Gast bei einer sardischen Pilzzüchterin
Hallo Michaela,
so schöne Fotos wieder – man spürt sofort die südliche Atmosphäre und die Ruhe, die von den Bildern ausgeht.
Man möchte sofort dort hin und in die phantastische Landschaft eintauchen.
Den Eingang zur Taubenhöhle finde ich großartig, aber jedes Bild spricht für sich und ist wunderbar…!
Na vielleicht darf ich das auch einmal erleben…?!
Liebe Grüße
Christa
Liebe Christa,
vielen Dank für dein Feedback. Es freut mich, dass du die ruhige Atmosphäre dieser Insel aus den Fotos herauslesen konntest.
LG
Michaela
Liebe Michaela, einmal mehr phantastische Aufnahmen und eine sehr schöne und informative Beschreibung der Vulkan-Insel.
Ich kann mich nicht für ein Favoriten Foto entscheiden. Es gefällt mir sehr das Bild Nr. 10 mit dem knorrigen Ulivi-Baum, die Fotos Nr. 21 und 23. Die Aufnahme Nr. 32 ist ein krönender Abschluss mit den perfekt eingefangenen Sonnenstrahlen.
Liebe Margareta,
vielen Dank für dein Feedback und deine Favoriten. Das Olivenbaum-Foto ist ganz zufällig und ungeplant bei der Suche nach einem Lavadom entstanden. Ich konnte diesen Lavadom nicht finden. Später dann erfuhr ich, dass sowohl dieser Baum als auch ich mitten drauf standen. Manchmal braucht es wohl einfach einen etwas weiteren Blick, um alles zu erfassen.
Liebe Grüße
Michaela