Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Tanz der Medusa

Anfang August hatte ich am Meer bei Torre del Pozzo zum ersten Mal die Gelegenheit, die Eleganz der Pelagia noctiluca unter Wasser zu fotografieren. Eine kleine pinkfarbene Quallenart, deren Schirm nur etwas faustgroß war. Wikipedia weiß über die Leuchtqualle zu berichten, dass sie meist in kilometerlangen Schwärmen in wärmeren Meeren auftaucht. Ich konnte nur zwei entdecken. Eine Masseninvasion dieser Art wäre aufgrund der unangenehm brennenden Nesselfäden auch eher unerfreulich. 🙁

Noch ist es also nur eine Minigalerie. Aber vielleicht ergeben sich weitere Gelegenheiten, um diese Galerie fortzuführen. Die aktuellen Luft- und Wassertemperaturen sollten eigentlich auch das Auftreten weiterer Quallenarten vor Sardinien begünstigen.

Was siehst du? Einen wandernden Blumenkohl oder ein Spiegelei? Zum Vergrößern bitte ins Bild hineinklicken.

Aktualisierung vom 14.9.2022:

Über einen Monat musste ich mich gedulden, um eine weitere Quallenart  zu fotografieren. Die Neue ist nicht so elegant, wie die pinke Pelagia noctiluca, sie punktet eher durch ihre bizarre Form. Ich hätte sie Schwimmendes Hirn oder Unterwasserblumenkohl genannt. Blumenkohl käme auch von der Größe her ungefähr hin, der Name ist aber schon anderweitig belegt. Ein Blick in die einschlägigen Internetseiten zur Quallenbestimmung führt zur Spiegeleiqualle (Cotylorhiza tuberculata). Bei Wikipedia wird sie als „für den Menschen harmlos“ beschrieben. Das Spiegelei habe ich nicht so eindeutig gesehen, es ist am ehesten noch bei dem Foto Nr. 11 in der Galerie zu erahnen. Auch die bei Wikipedia beschriebenen Nesselfäden sind nicht zu erkennen. Vielleicht eine Varietät? Oder meine beiden Models waren von Wind und Wellen schon etwas ramponiert? Fasziniert hat mich, wie diese Qualle ihre Form je nach Blickwinkel und Schwimmverhalten verändern kann.

6 Gedanken zu “Tanz der Medusa

  1. Hans-Roland Becker

    Leider komme ich erst jetzt dazu, meinen Kommentar zum „Tanz der Medusa“ zu schreiben. Ich finde die Bilder sehr schön. Farbe und Dynamik sprechen mich an. Welch wunderbare Geschöpfe! Besonders die ersten sechs haben es mir angetan. Es sind die Primärfarben Rot, Blau und Gelb enthalten. Weshalb ist die Wirkung der ersten sechs Bilder so angenehm? Die Farben Rot und Blau haben sich sehr weit von den gesättigten Ursprungsfarben entfernt. Je weiter entfernt, desto angenehmer wird die komplementäre Wirkung empfunden. Die gesättigte Farbe Gelb ist durch ihren geringen Anteil nicht störend, sondern gibt dem Bild einen besonderen Reiz. Auch die Bewegung ist in der Sequenz schön nachzuempfinden. Bei den folgenden acht Bildern ist es die Form, die meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Blumenkohl ist eine treffende Bezeichnung. Die dezenten Farbanteile Grün, Braun, Blau wirken weniger harmonisch als bei den ersten sechs Bildern. Teilweise wird das Auge auf die weißen Bildteile fokussiert. Zusammenfassend hast Du uns in eine fremde Wunderwelt entführt. Ich bin auf weitere Geschöpfe in dieser Galerie gespannt.

    1. Michaela Artikel Autor

      Vielen Dank für dein ausführliches Feedback. Mit abnehmenden Luft- und Wassertemperaturen nimmt auch die Sichtungswahrscheinlichkeit für Quallen im Mittelmeer ab. Dies Jahr wird es also vermutlich nichts mehr mit weiteren Aufnahmen dieser interessanten Lebewesen. Aber ich bleibe dran – nächstes Jahr.
      LG
      Michaela

  2. Fendler

    Gute Idee – wie fotografierst Du wasserdicht: Gehäuse oder kl. Ritsch-Ratsch?
    gerade auch der dunkelblaue Bogen des Wasser-Himmels kommt gut in der Anordnung

    1. Michaela Artikel Autor

      Hallo Franz,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Zur Fototechnik bzw. -Kamera schau mal in diesen Bericht von früher:
      https://fotoreiseblog-static.highlighttours.de/?p=6261
      Ich habe wieder meine wasserfeste Olympus eingesetzt. Nicht Ritsch-Ratsch, nicht Gehäuse, sondern qualitativ irgendwo dazwischen. Aber die Kleine kann RAW und das ist mir wirklich wichtig und supergut.
      Mit der Großen + Unterwassergehäuse hätte ich die gezeigten Aufnahmen nicht hinbekommen, die Perspektive hätte nicht gepasst. Und angesichts der faszinierend langen rosa Nesseltentakel der kleinen Medusa ist die Flexibilität und Leichtigkeit im Umgang ein zusätzliches Plus.
      LG
      Michaela

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