Steinalte Steinkreise
Im letzten Beitrag hatte ich über Hinkelsteine auf Sardinien berichtet. Die in dem Bericht beschriebenen Steine (Betile) werden auf die Bronzezeit
(1800- 900 v.Chr.) datiert. Viel älter sind die Menhire des Spätneolithikums. Deren Ursprung liegt 5200-4800 Jahre zurück. Eine Fotofreundin von hier hatte mir von einem Ort erzählt, an dem man diese Menhire findet. Ich wollte mehr darüber wissen und machte mich auf den Weg. Eine lange, kurvenreiche Fahrt brachte mich zum archäologischen Park Pranu Muttedu im Südosten Sardiniens. Dieser liegt 3 km außerhalb des kleinen Ortes Goni mitten im Nirgendwo in den Bergen. Auf dem 200.000 m2 großen Parkgelände befindet sich eine der bedeutendsten frühgeschichtlichen Anlagen Sardiniens mit 60 Menhiren, die paarweise, in Reihe und auch kreisförmig aufgestellt sind. Mehr über die Anlage kannst du auf www.pranumuttedu.com nachlesen.
Bei Vorrecherchen im Internet war ich auf einen Reisebericht gestoßen, der die Anlage von Pranu Muttedu als das Stonehenge Sardiniens bezeichnete. Das ist zum Glück nicht ganz zutreffend. Zum einen wälzen sich keine Besuchermassen durch den Park, ich war den halben Tag ganz alleine dort unterwegs. Zum anderen sind die Jahrtausende alten Monumente in einen wunderschönen, ebenfalls uralten Korkeichenwald eingebettet. Beim Durchstreifen dieses Waldes fühlt man sich komplett aus der Zeit gefallen. Eine einzigartige Atmosphäre, die sich mit nichts vergleichen lässt.
Der Vergleich mit Stonehenge leitet sich wohl aus der Vermutung ab, dass die Ost-West-Ausrichtung der Menhir Reihen nach astronomischen Kriterien erfolgte. Mal sehen, ob ich es hin bekomme, zur Tagundnachtgleiche wieder dort zu sein. Dann werde ich berichten, inwieweit sich das nachvollziehen lässt.
Die Archäologen sehen die Steinkreise und -reihen in Verbindung mit den im Park vorhandenen Steinzeitgräbern auch als rituelle Begleiter und Bestandteil religiöser Zeremonien.
Das Foto oben zeigt das Grabdenkmal II, welches als zentrales Element der Anlage angesehen wird. Es wurde aus Sandsteinblöcken zusammengefügt und besteht aus dem im Bild zu sehenden Eingangsbereich, einem Vorraum und dem eigentlichen Grab. Ein Zeugnis großer handwerklicher Geschicklichkeit der neolithischen Baumeister.
Hier eine kleine Galerie mit Fotos aus Pranu Muttedu. Für den Textteil habe ich die Bilder wieder in Farbe belassen. Doch ich finde, die Schwarzweiß-Ausarbeitungen der Motive passen besser zur Atmosphäre dieses ganz besonderen Ortes. Was meinst du? Mein Favorit ist die Nr. 7, für mich kommt hier das Geheimnisvolle des lichterfüllten Korkeichenwaldes am besten zur Geltung. Und welches Bild gefällt dir am besten?
- Von männlichen und weiblichen Hinkelsteinen
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Hallo Michaela,
Sardinien hat wohl viele interessante und unbekannte Ausflugsziele. Mich erinnert das auch etwas an das Fotografieren im Olivenhain. Bild Nr. 1, das Du auch im Textbeitrag hast, gefällt mir neben der Nr. 7 sehr gut, vor allem in B/W.
Viele Grüsse, Torsten.
Liebe Michaela,
das wäre wieder eine erneute Reise wert um den Park und die prächtigen Korkeichen zu besuchen.
Mir gefällt die Aufnahme Nr. 8 (Bizarre Korkeiche) am besten – es gibt für mich Ähnlichkeiten von den Formen her zu „meinen“ Oliven-Bäumen.
LG
Margareta
Hallo Michaela,
vielen Dank dass wir wieder auf diesem Weg ein Stück Geschichte Sardiniens kennenlernen dürfen. Sehr beeindruckend! Die lange kurvenreiche Fahrt hat sich gelohnt!
Mein Favorit ist Nr. 6.
Viele Grüße und ich freue mich schon auf den nächsten Bericht 😉
Liebe Michaela,
das wird ja immer spannender mit den Steinkreisen und den kultischen Stätten. In SW ist das auf das Wesentliche reduziert, Farbe braucht es da nicht unbedingt. Die alten Korkeichen sind schon ein Teil der Stimmung dieses Ortes. Meine Favoriten sind Nr. 3, 4 und 6.
Liebe Grüße Jutta
Hi,
ich finde die Bilder sehr beeindruckend – immer wieder faszinierend, wenn Du von den urururalten Facetten berichtest. Das Sardinien so viele noch anschauenswerte Denkmäler hat, habe ich überhaupt nicht gewusst.
Natürlich passt schwarz-weiß zu den Motiven, aber irgendwie haben die bunten auch was.
Ich kann mich an einen Fotokurs erinnern, bei dem wir mit Dir in Worpswede auch mit anderen Tonungen gearbeitet haben. Hast Du beispielsweise mal die Sepiatonung versucht? Keine Ahnung, ob das besser passt – aber ich könnte mir vorstellen, dass die Sepiatonung diese antiken Motive noch besser unterstützt. Aber das ist jetzt spontan und sehr theoretisch geschrieben.
Viele liebe Grüße in den Süden
Gisela
Hi Gisela,
vielen Dank für deinen Kommentar zum Bericht. Mit Sepia ist das halt immer so eine Gratwanderung zwischen schön und kitschig. Da lasse ich erst mal die Finger davon. Mein guter Eizo Monitor, auf dem ich das besser beurteilen kann, steht ja in Worpswede, hier in Cuglieri arbeite ich nur am Notebook-Bildschirm.
LG in den Norden
Michaela