Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Peperone di Senise und andere Spezialitäten

Die Basilicata liegt in Süditalien, nördlich von Kalabrien. Eine „beinahe vergessene Region“ textet der Sender ARTE in einem Reisebeitrag. Dabei gibt es hier für alle, die sich für Geschichte, Kultur und Natur interessieren, viel zu entdecken: Ausgrabungsstätten aus der Phase der hellenistischen Besiedelung, von der noch heute viele Ortsnamen zeugen;  hoch am Berg gelegenen Dörfer mit ihrem Centro Storico; mehrere Nationalparks mit floristischen und faunistischen Besonderheiten (Aasgeier, Steinadler). Und Küstenabschnitte sowohl am ionischen als auch am tyrrhenischen Meer. Naturfotografen haben auch ihre Freude an den bizarren Felsformationen der „Calanchi Lucani“, die mal mit Wildwest- mal mit Mondlandschaften verglichen werden.

Calanchi Lucani
Calanchi Lucani

Beste Reisezeit

Bei meiner Ankunft Mitte September zeigte das Termometer 35°C! Bei solchen Temperaturen macht es keine Freude, tagsüber auf Wandertour zu gehen. Daher beschränkten sich meine Ausflüge bei diesem Aufenthalt auf die nähere Umgebung von Senise. Auf längere Fahrten in die Nationalparks oder gar schweißtreibende Wandertouren in die Berge habe ich für dieses Mal verzichtet. Die beste Zeit für Ausflüge in die Natur und zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten wäre wohl in den Herbst- bis Wintermonaten. Mag jemand nächstes Jahr mitkommen?

Übernachtungstipp

Mein Übernachtungstipp in Senise ist das Casa Fucci Resort. In diesem gastfreundlichen Haus mit großem Garten kann man es rundherum gut gehen lassen. Außer kulinarischen Erlebnissen nahm ich von den Inhabern sehr viele Informationen zu den regionalen Produkten und Gerichten, Natur und Kultur mit.

Gastliches Casa Fucci Resort
Gastliches Casa Fucci Resort

Gutes Essen – regionale Besonderheiten

Die regionale Küche habe ich sehr genossen und dabei neben den Peperone di Senise noch einige weitere Spezialitäten kennengelernt. Zum Beispiel den Käse der Azienda Stellato, der nicht nur mir vortrefflich schmeckte, sondern auch auf nationaler Ebene prämiert wurde. Als das Wort (Käse-)Grotta fiel, habe ich natürlich nachgefragt, ob ich die mal anschauen und vielleicht sogar dort drinnen fotografieren dürfe. Hurra, es ging. Maria Stellato nahm mich am nächsten Morgen mit auf den Hof. Dort konnte ich Ziegen, Schafe und Käsekellergewölbe besichtigen. Ein Glas mit der prämierten Crema di Formaggio hatte sie auch noch für mich – mhhh, wie fein.

Im Käsekeller der Azienda Stellato reifen Caprino und Pecorino
Im Käsekeller der Azienda Stellato reifen Caprino und Pecorino
Rote Aubergine frisch aus dem Garten der Casa Fucci
Rote Aubergine frisch aus dem Garten der Casa Fucci

Runde, rote Aubergine

Eine andere lokale Spezialität ist auf dem Foto nebenan zu sehen. Was aussieht, wie ein kleiner Kürbis, ist eine rote, runde Aubergine! Wunderbar im Geschmack, fruchtiger und weniger herb, als die in Deutschland bekannte dunkle Aubergine.

Mein Interesse hatte ein Bericht der Publizistin Mariachiara Illica Magrini über die Peperone di Senise geweckt. Ob in dem Ort Senise wirklich so viele rote Paprikagirlanden zu sehen sind? Ja, sie sind in den Gassen überall präsent. Gerade waren die Giornate del Peperone, das Transparent hängt noch, die roten Girlanden auch. Die Fotos in der Galerie unten sind bei einer morgendlichen Fototour durch das Centro Storico von Senise entstanden.

In den Gassen von Senise
In den Gassen von Senise

Zu Gast bei der Ernte der Peperone di Senise

Die überall hängenden rote Peperoni-Girlanden machten mich neugierig auf mehr. Wie werden sie angebaut und was macht man damit? Die Betreiber der Casa Fucci vermittelten den Kontakt und so erfuhr ich bei einem Besuch auf der Azienda Pennella mehr über den Anbau und die Verarbeitung der Peperone di Senise, durfte sogar bei der Ernte, beim Sortieren und Auffädeln der Schoten zuschauen und fotografieren. Ein Farbrausch in Rot! Die Produkte (getrocknete Peperoni, geschrotete Peperoni, Pulver und eine Art Marmelade) werden bis nach Deutschland verkauft. ARTE war auch schon dort (s. ARTE). Die Peperoni besitzen das EU-Gütezeichen geschützte geografische Angabe – g. g. A., das ein Produkt im sperrigen EU-Jargon „eng mit seinem Herkunftsgebiet verbindet“, der Laie würde wohl von einer geschützten regionalen Spezialität sprechen. Zum Abschied wurde ich mit Peperoni und 15 Kochrezepten beschenkt. Ein Rezept findet sich auch unter dem o.a. ARTE-Link. Vielen Dank Giuseppe Pennella und seinen Mitarbeitern! Mehr Infos hier: www.peperonipennella.it.

Fazit

Mein Aufenthalt in Senise war ein kulinarischer Traum und ich habe viel Neues erfahren. Leider bin ich aber für 35 -38°C auf Dauer nicht geschaffen und darum jetzt nach Griechenland weitergezogen. Die Region wäre 2 Monate später im Jahr bestimmt ergiebiger für Fototouren gewesen.

Mein Buchtipp zur Region

Christus kam nur bis Eboli ist der autobiographische Bericht von Carlo Levi über die Zeit seiner Verbannung 1935-36 nach Aliano (Lucania).

Hier eine kleine Galerie mit Fotos rund um Senise. Die Vorschau-Bilder vergrößern beim Hineinklicken:

Einige Gedanken zu “Peperone di Senise und andere Spezialitäten

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