Bei den wilden Päonien des Montiferru
Päonien oder Pfingstrosen kennt man nördlich der Alpen als typische Kloster- und Bauerngartenpflanzen. Es sollen die Benediktinermönche gewesen sein, die die Pflanze aus dem Mittelmeerraum in nördlichere Gefilde brachten, um sie als Heilpflanze zu kultivieren. Von den Klostergärten aus gelangte sie in die Bauerngärten, wo sie noch heute wegen ihrer Blütenpracht und Pflegeleichtigkeit geschätzt wird. Der botanische Gattungsname Paeonia wird, wie so viele Pflanzennamen, auf die griechische Mythologie zurückgeführt. Laut Wikipedia soll das griechische Wort „paionia“ für den Götterarzt Paian stehen. Der griechischen Sage nach heilte er mit Hilfe dieser Pflanze Pluton, den Gott der Unterwelt, nachdem Herakles diesen im Krieg um Pylos verwundet hatte.
Dass es auf Sardinien in den Bergen des Montiferru wilde Päonien gibt, war mir bekannt. Nur hatte ich leider bisher noch nie das Glück, zur Blütezeit dort zu sein. Gestern hat es endlich gepasst. Von Santa Caterina, das auf Meereshöhe liegt, ging es zunächst nach Cuglieri. Von dort aus dann weiter in die höheren Lagen des Montiferru. Den Weg zu den Päonien hätte ich ohne die Führung meines Fotofreundes Franco nie gefunden. Vielen, vielen Dank Franco!! Etwa eine halbe Stunde Fahrzeit mit dem Auto auf kurvigen und zum Schluss grob geschotterten Wegen, und wir waren in einer anderen Welt! Eine grandiose Berglandschaft mit weitem Blick bis aufs Meer, an diesem Tag sogar bis Capo Caccia bei Alghero.
Dort oben, auf ca. 900 m Höhe gibt es einen Fleck, an dem die wilden Pfingstrosen (Paeonia mascula) in großer Anzahl wachsen. Intensivrot starten die neuen Blüten, die etwas älteren verändern die Farbe zu rosa bis fast weiß. Hier hätte ich noch tagelang weiter fotografieren können. Die kleine Bildzusammenstellung unten ist – sofern das Wetter in den Bergen weiter so schön mitspielt – hoffentlich erst der Anfang. Die Vorschau-Bilder vergrößern beim Hineinklicken.
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