Nach dem großen Feuer
Du hast es vielleicht schon aus den Medien mitbekommen: Hier bei mir zuhause in Cuglieri auf Sardinien ist nach dem großen Feuer nichts mehr, wie es einmal war.
Das Feuer im Montiferru hat im Juli 20.000 Hektar Bergwald, Weide und Ackerland vernichtet, 1500 Menschen mussten zeitweise evakuiert werden, viele haben ihre Olivenbäume, Gärten oder Tiere verloren.
Auch der Albero Millenario, ein Wahrzeichen Cuglieris, über den ich noch vor kurzem hier berichtet hatte, ist den Flammen zum Opfer gefallen. Jetzt haben die Überreste ein Schutzgitter bekommen. Der Boden um den Stumpf herum ist mit Stroh abgedeckt und wird regelmäßig befeuchtet. Denn noch besteht ein wenig Hoffnung, dass er wieder austreiben könnte.
Es ist eine riesengroße Tragödie, der Anblick der schwarzen, verbrannten Landschaft mit den stehengebliebenen Baumskeletten ist traurig und verstörend. Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Landschaft sich wieder erholt hat. Doch wie ein Sonnenstrahl in all diesem Schwarz und Aschegrau gibt es viel Solidarität, aus anderen Teilen Sardiniens kommen Heutransporter mit der Sardischen Flagge am Fahrerhaus damit die überlebenden Tiere Futter haben. Trinkwasser für die Bewohner Cuglieris wurde gespendet. Viele Hände fassten mit an um zu helfen oder zu löschen. Eine Spendenaktion von Kursteilnehmern hilft von Deutschland und der Schweiz aus. Ein ganz großes Dankeschön an alle, die für Tierfutter gespendet haben und ihr Mitgefühl mit der verletzten Landschaft und den Menschen, die so viel verloren haben zum Ausdruck gebracht haben: Liebe Fotofreunde, es ist toll, was ihr in ganz kurzer Zeit da auf die Beine gestellt habt!
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