Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Mit der Kamera ins Wasser – ein Erfahrungsbericht

In diesem Text steht ausnahmsweise einmal nicht der Fotoreisebericht, sondern die Kameratechnik im Vordergrund. Zur zweiten Vorerkundung für die Fotoreise nach Kefalonia hatte ich mir zusätzlich zu meiner Canon 5D eine kleine Kompakte von Olympus mitgenommen. Die Kleine (TG-5, rot wie mein Auto) soll laut Produktdatenblatt bis 15 Meter unter Wasser funktionieren. Ohne zusätzliches Gehäuse. Bei einer Lichtstärke von 2.0 im Weitwinkelbereich und – was für meine Wahl entscheidend war – sie kann RAW-Daten.

Gleich vorweg: nie und nimmer würde ich meine Große zugunsten einer kleineren und leichteren Kamera weglegen. Für mich fühlt es sich richtig an, wenn die Kamera mit etwas Gewicht reell in der Hand liegt. Was ich ausprobieren wollte, war, ob sich mit einer wasserfesten Kompaktkamera neue Bildideen und Fotomöglichkeiten erschließen lassen. Sachen, die mit der Großen nicht gehen, weil man die nun mal nicht so einfach zum Hinausschwimmen mit ins Wasser oder in die Brandung nimmt.

Einfach los schwimmen. Mit der Kamera in der Hand und dem Horizont im Blick.

Wie fotografiert es sich mit so einer Kamera, wenn man/frau an die Spiegelreflex-Vollformat-Version gewöhnt ist? Zunächst einmal fühlte es sich ziemlich schräg an. So spielzeugklein, die Bedienelemente und die Menüführung waren ungewohnt, auf den ersten Blick auch unübersichtlich. Es kostete etwas Überwindung, damit einfach so ins Meer zu gehen und los zuschwimmen. Aber dann war es der pure Spaß. 

Diese Höhle auf Kefalonia war nur schwimmend zu erreichen.

Mit einem Freund zusammen ging es ins Wasser. Wir testeten gemeinsam viele Bildideen aus. Im Ergebnis sehe ich die neuen Motiv-Möglichkeiten vor allem dort, wo man nur schwimmend hingelangt. Meereshöhlen, von Land aus trockenen Fußes nicht zu erreichen, waren ein spannendes Thema. Die kleine Olympus schlug sich überraschend gut, sogar im Dämmerlicht einer Höhle mit Offenblende und hoher ISO-Zahl. Bei schwierigen Gegenlichtkonstellationen allerdings kommt der kleine Sensor an seine Grenzen (siehe Bild 6 der Galerie unten).

Im Dämmerlicht der Höhle – Fotografieren im lichttechnischen Grenzbereich, gerade mal 1/30s bei f2.2 und ISO 640. Geht doch! Auf Kefalonia.

Auf Fuerteventura probierte ich noch das Verhalten bei längeren Verschlusszeiten aus. Maximal 4 Sekunden sind mit der TG-5 möglich. Um dabei die Kamera fast auf dem Niveau der Wasseroberfläche zu positionieren, benutzte ich das Ministativ von Novoflex. Kamera und Stativ bekamen den Atlantik zu spüren, meine Kleidung auch. Noch ein Einsatzgebiet, für das ich die Große nicht genommen hätte! Wie es ist, mit der Kamera bodennah direkt in der Brandung zu fotografieren, habe ich dann auch noch getestet, siehe Bild 15 der Galerie 🙂 .

Spiegelungen extrem bodennah. T = 4 Sekunden. Fuerteventura, früh morgens am Atlantik.

Fazit: Die Olympus TG-5 ist ein schönes Spielzeug, das mir sicherlich nie die große 5D ersetzen wird, aber neue Perspektiven und Fotogelegenheiten eröffnet. Ich sehe es als Bereicherung meiner Möglichkeiten. Zum Abschluss hier eine kleine Galerie mit verschiedenen Bildergebnissen. Ausgewählt habe ich hierfür bewusst auch solche Fotos, bei denen Blende, ISO-Zahl oder Verschlusszeit an die Grenzen gingen. Meine Lieblingsaufnahmen sind die Nummern 4, 7 und 17. Und welche gefallen dir am besten?

7 Gedanken zu “Mit der Kamera ins Wasser – ein Erfahrungsbericht

  1. Carina

    Hallo Michaela,

    wow – das ist ja ein tolles neues Spielzeug. Mir gefällt Nr. 3 sehr gut – ein Träum-Dich-Weg-Bild.
    Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man hiermit einfach Spaß hat…

    LG
    Carina

  2. Oppermann, Heinz-Walter

    Hallo Michaela,
    ein interessanter Bericht mit einer gelungenen Komposition. Wasser und Licht sind einfach unerschöpflich. Besonders die Bilder zum Sonnenuntergang gefallen mir.
    Mit deiner ‚kleine‘ Kamera wünsche ich dir weiterhin schöne und interessante Aufnahmen.

    1. Michaela Artikel Autor

      Hallo Heinz-Walter,
      vielen Dank! Die gezeigten „Dämmerungsaufnahmen“ sind übrigens alle am frühen Morgen entstanden.
      Der Tag bietet uns Fotografen zum Glück immer zwei Fotomöglichkeiten für so was … 🙂
      LG
      Michaela

  3. Isabel

    Liebe Michaela,
    schöner Beitrag mal wieder!
    Deine Wasserbilder gefallen mir echt gut und diesen Blickwinkel hat man mit der DSLR ohne Zusatzausrüstung nicht. Meine Favoriten sind die Bilder 4 und 8.
    Ich finde ja ohnehin, dass die verschiedenen Kameras je nach Situation ihre Einsatzberechtigung haben. Dass eine Miniknipse bei extremen Lichtverhältnissen nicht mit einer FF DSLR mithalten kann ist ja klar, aber die hat man ja auch nicht immer. Ich habe drei verschiedene Knipsen in Gebrauch, die ich ganz unterschiedlich einsetze. Neben der FF DSLR hab ich noch eine Lumix LX5, die auch RAW kann (aber LEIDER nicht wasserdicht ist), die ist für unaufgeregte Lichtverhältnisse echt brauchbar und wiegt nix. Auch die Handykamera kommt gerne mal zum Einsatz, z. B. für Panoramen – wohl wissend, dass das Ergebnis nicht mit einem professionellen DSLR-Panorama mithalten kann. Quick and dirty sozusagen ;-).
    LG
    Isabel

  4. Heinz Diehl

    Hallo Michaela,
    Glückwunsch zu diesem Bericht und Deiner neuen Unterwasserkamera.
    Ich bin sicher, mit diesem „Spielzeug“ wirst Du noch öfters Deinen Spaß haben.
    Die Aufnahmen sind alle wunderschön, eben ein „Gesamtkunstwerk“.
    Liebe Grüße aus Groß Gerau
    Heinz …

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