Mexicos Süden – unterwegs in Oaxaca
Im Anschluss an Carinas Bericht findet ihr nun hier einen Beitrag von Torsten über unsere Erlebnisse in der zweiten Woche, in der wir im Süden unterwegs waren. Vielen Dank Torsten!!
Hier sein Beitrag und seine Fotos:
Nach der ersten Fotowoche am Pazifikstrand in Playa los Cocos gemeinsam mit Carina zogen Michaela und ich weiter ins südliche mexikanische Hochland nach Oaxaca. Zur Anreise nutzten wir das gut ausgebaute mexikanische Busnetz mit einer 7-stündigen Fahrt von Mexiko Stadt durch das karge und dünn besiedelte Hochland, das sich bestens als klischeeartige Kulisse für jeden Western eignet mit seinen Kakteen, Bergzügen im Hintergrund und dem einen oder anderen Gaucho zu Pferde. Die Fahrt auf sehr guten Straßen im modernen Bus hatte als einzigen Wermutstropfen die Beschallung des gesamten Busses mit dem Soundtrack der amerikanischen B-Movies, die ununterbrochen über die Monitore flimmerten.
Oaxaca Stadt überraschte uns mit starkem Kontrast zu dem Mexiko, das wir in Playa los Cocos kennengelernt hatten. Das schachbrettartig angelegte Stadtzentrum ist von bunten Häusern im Kolonialstil und pompösen, spanischen Kirchenbauten geprägt, wobei der Status als UNESCO Welterbe mit zu dem sehr guten Erhaltungszustand der Gebäude beitragen dürfte. Unser Hotel war um einen dicht bewachsenen und von gefiederten Gästen bevölkerten Innenhof herum angeordnet und an vielen Wänden überall in der Stadt prangten Gemälde mit Totenköpfen, skelettierten Figuren, Mezcal und anderen Drogendarstellungen.
Mit vielen Straßencafes, guten Restaurants und grünen Parkanlagen sowie zahlreichen Fußgängerzonen bietet Oaxaca für die einheimische Bevölkerung, unter die sich eine sichtbare Minderheit an Touristen mischt, einen hohen Grad an Lebensqualität. Hinzu kommt im Januar ein sehr angenehmes Klima mit frischen Morgenstunden, viel Sonnenschein und Temperaturen in den Mittzwanzigern am Nachmittag, was nicht zuletzt der Höhenlage auf 1550 m.ü.M. zu verdanken ist.
Im näheren Umkreis von Oaxaca finden sich einige präkolumbianische Stätten, wovon wir Monte Alban, Mitla und Yagul besichtigt haben. Jede dieser drei hat ihren eigenen Charakter hinsichtlich Bauwerke, Baustil, Stadtanlage und Bezug zur näheren Umgebung. Monte Alban ist die bedeutendste der 3 Stätten auf einem eingeebneten Berggipfel auf 1900 m.ü.M. und ist mit pompösen Gebäuden rund um einen riesigen Platz am eindeutigsten als Machtzentrum angelegt, verstärkt durch die exponierte Lage auf einem freistehenden Berg hoch über dem landwirtschaftlich genutzten Tal. Dort hatte sich durch glückliche Umstände ein von Mixteken angelegtes Grab aus ca. 1200 n.Chr. unbeschadet erhalten, so dass die Grabbeigaben heute im Museum von Oaxaca ausgestellt sind und sogar bei Verzicht auf Blitz und Stativ recht gut fotografiert werden können.
Mitla liegt mitten in einer Landwirtschaftszone und diente als Zeremonialplatz. Herausragend sind die zahlreichen Mosaik-Verzierungen an den Gebäuden, die mit einer speziellen, aufwändigen Steinbearbeitungstechnik hergestellt wurden, was heute noch schön zu erkennen ist. Yagul hingegen diente neben religiösen auch Wohnzwecken und liegt sehr schön am Abhang eines Hügels mit weitem Blick ins Tal. Von Mitla aus führt ein ausgeschilderter, unbefestigter Weg über einen 2600m hohen Pass mit tiefen Ausblicken und wechselnden Vegetationszonen nach Hierve El Agua, einer Quelle inmitten von Sinterterrassen, die auch zum Baden einlädt. Hauptsächlich ein Touristenziel mit organisierten Ausflügen von Oaxaca aus, das wir allerdings im Mietwagen individuell erreichten.
Für die letzten Tage unseres Urlaubs lenkten wir den Renault Logan nochmals auf 2700m Passhöhe, diesmal aber asphaltiert – so dachten wir wenigstens. Schon in Oaxaca hatten wir einige Demonstrationen aus der Ferne mitbekommen und zahlreiche Protestplakate gegen die mexikanische Regierung gesehen. Auf der angesprochenen Fahrt nun standen wir auf halbem Weg plötzlich im Stau und der freundliche Mexikaner vor uns bedeutete, dass die Straße noch lange blockiert sein könnte und wir ihm auf einem Umweg folgen könnten. Die nächsten 1.5 Stunden hetzte er uns dann über kleine landwirtschaftliche Wege durch Sandfelder und ausgetrocknete Bachbetten, vorbei an weiteren Blockadestationen bis nach Miahuatlan, wo wir wieder die Straße erreichten. Aber so kamen wir gerade noch zum Sonnenuntergang nach Pluma Hidalgo, unserem Ziel, am Abhang der Sierra de Miahuatlan zum Pazifik auf 1200 m.ü.M.
Eingebettet in die dichte tropische Vegetation der feuchten pazifischen Berge liegt dort die Finca Don Gabriel, in der wir freundlich verpflegt und umsorgt wurden, die weite Aussicht genießen konnten und die Vielfalt von Fauna und Flora im hauseigenen Garten und umgebenden Dschungel. Ein besonderes Erlebnis auf einem Dschungelspaziergang war, als wir in den Hof einer älteren Kleinbäuerin stolperten, die uns freundlich begrüsste und uns Ihr Leben mit Kaffee, Hühnern und Rosen erklärte – auf Spanisch natürlich.
Mit diesen unterschiedlichen Eindrücken aus 3 Regionen dieses sehr grossen Landes und der durchweg freundlichen Begegnung mit Mexikanern haben wir in den zwei Wochen ein sehr positives Urlaubs- und Photo-Erlebnis genießen dürfen. Vielen Dank an Michaela für den Ideenansatz und die Organisation rund um Playa los Cocos.
Vielen Dank zurück an dich, Torsten für diesen Beitrag und für das Autofahren auf Strassen, auf denen ich mich zu fahren nie getraut hätte :-). Zum Abschluss eine Galerie mit Fotos, die Torsten von unserer zweiten Woche im Süden von Mexico zusammengestellt hat. Die Bilder vergrößern beim Draufklicken. Meine Favoriten sind die Kirche St. Domingo zur Blauen Stunde in Oaxaca und die Kaffeekirschen von der Finca Don Gabriel. Und welche gefallen dir am besten?
- Mexiko – eine weite, aber lohnenswerte Reise
- Nachwuchs bei den Atlashörnchen
Ach wie gerne schaue ich mir die Bilder nochmal an… einfach Klasse was Ihr
noch im Süden erlebt habt… das muss man sich als nochmaliges Reiseziel
definitiv in Peto halten.
Liebe Grüße
Carina
Hi,
mir gefallen die Detailsfotos wie die Glocke besonders gut, aber auch die anderen Fotos vermitteln die Stimmung wie beschrieben gut.
Am bemerkenswertesten finde ich allerdings einen Nebensatz von Michaela, nämlich dass sie sich die Strecken nie zu fahren getraut hat. Dann muss es mehr als heftig gewesen sein, denn ich durfte mit Michaela auch mal einen Ausflug auf Fuerte machen, bei dem ich arge Befürchtungen hatte, dass das
Auto nicht überlebt. 🙂
Aber wie auf Fuerte seid Ihr in Mexiko ja wohl behalten ans Ziel gekommen.
Liebe Grüße und danke für den Bericht und die schönen Fotos
Gisela
Ach Gisela, das war doch gar nicht wirklich wild, damals auf Fuerte.
LG
Michaela
Hi Torsten,
super gemacht .. tolle Aufnahmen !!
Gruß Bernd
Hi Torsten
wow … super tolle Bilder und sehr interessante Berichte.
Toll gemacht !!
Gruß, Bernd
Tolle Reise und tolle Fotos von Torsten.
Erinnert mich an 1990, als ich auch in dieser Gegend war.