Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Eine Woche auf Methana – Teil 2

Annäherungen an eine Halbinsel

Vor einem Jahr hatten hier Peter, Bernhard, Ralf, Steffen, Torsten und ich über unsere Schluchtenabenteuer in Griechenland berichtet. Eine der dort beschriebenen Schluchten war die Acheron-Schlucht bei Glyki, die nach der griechischen Mythologie zum Eingang des Hades – der Unterwelt – führt. Auch in diesem Jahr blieben wir als Foto-Abenteurer der griechischen Sagenwelt treu, dieses Mal auf den Spuren von Hephaistos, dem Gott der Schmiede, des Feuers und der Vulkane.

Ralf und Bernhard wollten im Anschluss an unsere Woche noch etwas länger bleiben und waren wieder mit dem eigenen Auto und dem Schiff via Ancona-Patras angereist. Schon das war, so wie es die beiden beschreiben, ein bisschen Abenteuer. Bernhard fasst das so zusammen: „Auch dieses Jahr hatte uns Michaela zu einem Foto-Abenteuer nach Griechenland eingeladen; diesmal auf die vulkangeprägte Halb-Insel Methana. Schon die Anreise durch die Peleponnes mit Umleitung, Gebirgsfahrt, Dunkelheit stimmte auf die kommenden Tage ein.“

Auf der Suche nach Hephaistos?

Ralf sah das ähnlich: „Die Bezeichnung „Adventure-Class“ für unsere Foto-Touren in Griechenland weckt natürlich Erwartungen, diese wurden auch bei dieser Reise wieder einmal – und zum Teil recht überraschend – erfüllt. Nicht nur, dass die Anreise bereits ein kleines Abenteuer war: im Dunkeln über viele enge Serpentinen zu fahren ohne genau zu wissen, wo man gerade ist war schon spannend, aber die folgenden Tage wurden dem Titel unserer Reise auf jeden Fall gerecht.“

Methana ist eine 55 Quadratkilometer große und bis zu 713 Meter hohe vulkanische Halbinsel an der Südküste des Saronischen Golfs. Laut Infotafeln wurden mindestens 30 Lavadome als Zeugen des Vulkanismus in der Landschaft identifiziert. Es ist eine wilde, von den Vulkanausbrüchen der fernen Vergangenheit geformte Welt. Ein schmaler steiler Pfad führt zu einer Feldkirche, die zwischen Olivenbäumen und Wildkräutern auf einem Lavadom steht.

Die kleine St. Andreas Feldkirche steht auf einem Lavadom

Um 250 v. Chr. fand einige Kilometer oberhalb des kleinen Fischerhafens Vathi beim Dorf Kameni Chora ein Vulkanausbruch statt. Der daraus erwachsene Lavadom war eines unserer Wander- und Fotoziele. Nach dem Anstieg durch einen Kiefernwald windet sich der Weg durch Lavafelstrümmer bis zu einem engen, finsteren Schlot. Der Blick von dort oben auf das Meer und die anderen Inseln des Saronischen Golfs ist spektakulär.

Im Hintergrund die Nachbarinseln Angistri und Aegina

Einen Tag hatten wir für eine Expedition in die Taubenhöhle (Peristeri Cave) reserviert. Hier kamen neben festen Wanderstiefeln und Wasserschuhen auch die Stirnlampen und kräftige Taschenlampen für‘s Lightpainting zum Einsatz. Die Gesamtfläche der Höhle beträgt rund 4000 Quadratmeter, die maximale Breite 33 Meter, die Länge etwa 240 Meter.

Zwischen dem hinteren Ende der Höhle und uns erstreckte sich gleich am Eingang ein blau schimmernder See. Zum Durchwaten war der Wasserstand um diese Jahreszeit zu hoch. Da wir die Kameras nicht schwimmend bis ans hintere Ende des Sees gebracht hätten, gibt es vom weiteren Höhlenverlauf hier keine Fotos. (Steffen, wärst du doch dabei gewesen, du hättest es vielleicht zu Fuß geschafft!)

Der See am Eingang des Peristeri Cave (Taubenhöhle)

Nicht weit von Methana entfernt, nahe der antiken Ausgrabungsstätte von Trizina, liegt die Devil‘s Bridge (Diavologefyro), eine natürliche Brücke über eine Schlucht auf deren Grund ein kleiner Fluss selbst im Sommer noch Wasser führt.

Es gibt einen schmalen, teilweise mit Seilen gesicherten Pfad die Schlucht hinunter. Er ist als „nicht ganz einfach zu finden und zu laufen“ beschrieben. Also wieder ein Hauch von Abenteuer – super! Wir waren gespannt, was uns unten erwarten würde. Auf dem Grund der Schlucht angekommen standen wir dann auch gleich im Fluss. Also wieder rein in die Wasserschuhe.

Wir wurden für die steile Klettertour belohnt mit dem Anblick von Sinter- und Tropfstein-Formationen und einem Wasserfall, der den Stein zu einer natürlichen Wasserrutsche glattpoliert hatte. Das Wasser sammelte sich davor in zwei Becken, weiter oben war die Unterseite der Devil’s Bridge auszumachen. Diese Ansicht ist auf dem Foto Nr. 12 in der Galerie unten zusehen. Eine wunderschöne, stille Naturoase.

Unter der Devil’s Bridge

Wie immer waren wir alle total gespannt darauf nach der Tour gleich die Fotos, die dort entstanden waren, von der Kamera auf den PC zu laden und zu sichten. Bernhard meint in seinem Rückblick: „Auch ein enormer grippaler Infekt hinderte Michaela nicht daran, uns mit ihrer Begeisterung für Land und Leute anzustecken. Umso schöner waren dann die Momente der täglichen Bildbesprechung, wenn wir unsere Ergebnisse aus dem Vulkan, der respekteinflößenden Taubenhöhle, der Devil‘s-Bridge oder den wunderschönen, wilden Alpenveilchen teilten. Auch die Übernachtung und die kulinarische Versorgung waren wieder hervorragend ausgesucht. Leider waren die Tage natürlich wieder viel zu kurz und wir mussten uns am Samstag schon wieder voneinander verabschieden; nicht ohne aber schon wieder eine abenteuerliche Idee für 2024 geboren zu haben.“

Der kleine Hafen von Vathi

Ralf schaut auf unsere Abenteuer mit diesen Worten zurück: „Das Klettern in das Innere eines Vulkan-Schlotes mit dem Anblick von erstaunlich glatten Wänden, den ich so nicht erwartet hatte war genau so abenteuerlich wie das Schwimmen in der Taubenhöhle beim Schein der Taschenlampe – im überraschend salzigen Wasser. Die Kletter-Tour unter die Teufelsbrücke oder der Abstieg zur kleinen Kapelle waren zwar anstrengend, haben sich aber auf jeden Fall gelohnt. Ich hab selten von einer Reise so viele spannende Eindrücke und so viele schöne Bilder mit nach Hause genommen. Eine rundum gelungene Adventure-Class, und unsere schönen großen Ferien-Wohnungen, das gute Essen und die freundlichen Menschen werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.“

Herbst-Alpenveilchen (cyclamen graecum)

Peter fasst seine Eindrücke im Rückblick so zusammen: Unberührte Natur, urwüchsige Landschaften abseits ausgetretener Touristenpfade – das ist es doch, was wir alle suchen. Michaela kennt solche Orte und lässt uns daran teilhaben – danke. Zum Abschluss unserer Woche auf der Halbinsel Methana waren wir auf der vorgelagerten, malerischen Insel Poros mit seiner schönen Altstadt. Hier trifft man dann wieder auf die Auswüchse des Massentourismus.

Souvenirshop auf Poros

Zum Abschluss hier eine Galerie mit Fotos von Bernhard, Peter und Ralf. Was meinst du, vermitteln einige der hier gezeigten Fotos auch für dich einen Hauch von Abenteuer? Über Rückmeldungen freuen wir uns. Für die Vollbild- bzw. Slideshow-Ansicht bitte in ein Vorschaubild hinein klicken. In der Woche davor hatten Nicola, Elisabeth, Christa und ich Landschaft, Architektur und Pflanzenwelt auf Methana erkundet. Mehr dazu hier >>. Ich finde es interessant, beim Betrachten der Bildergebnisse der beiden aufeinander folgenden Fotowochen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu sehen.

6 Gedanken zu “Eine Woche auf Methana – Teil 2

  1. Michael Nickel

    Wow! sehr schöne Eindrücke von eurer Adventure-Class. Vor allem die Bilder aus der Höhle finde ich faszinierend. die von Ralf beschriebenen glatten Wände, die auch noch in verschiedenen Farben leuchten sind spektakulär.
    Gleichzeitig bin ich froh, nicht dabei gewesen zu sein. Die Kletterei wäre nix für mich gewesen. Andererseits hattet ihr ganz offensichtlich wärmeres Wetter als ich gleichzeitig auf Baltrum.
    viele Grüße und vielen Dank für die beeindruckenden Bilder.
    Michael

  2. Steffen Lutz

    Die Jungs haben abgeliefert!
    Manche Bilder kommen so leichtfüßig daher und lassen einen glauben, sie wären leicht zu kopieren, aber wenn ich mich an die Krabbelei 2022 erinnere, die so zwischendurch notwendig war, um soweit zu kommen, ist das auf jeden Fall eine Leistung.
    Als spin off könnte noch eine Serie „Weiße Beine in Badehosen“ das Portfolio abrunden 😉
    Jedenfalls ist wieder eine schöne Auswahl dabei – Deine Bilder fehlen mir noch ein wenig, Michaela.
    Tja, es hat sich gelohnt und ja, 2024 kommt bestimmt 🙂

    Ciao 🙂
    Steffen

  3. Christa Jedelhauser

    Hallo Michaela und „Abenteurer“,
    was für unglaubliche Erlebnisse, wundervolle Fotos und einen sehr interessanten Bericht habt Ihr mitgebracht! Solche Erlebnisse kann Euch niemand nehmen und sie bleiben für immer in Erinnerung. Nachdem ich ja eine Woche zuvor dort war, kann ich die Fotos um so mehr nachvollziehen. Aber um Euere jugendliche Energie und Abenteuerlust beneide ich Euch schon sehr…!
    Bildnr. 8, 9, 22, 23 finde ich faszinierend, aber alle sehr schön! Danke für das Zeigen… <3
    Liebe Grüße
    Christa

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