Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Eine Woche auf Methana – Teil 1

Annäherungen an eine Halbinsel

Beim Vergleich meiner ersten Fotos von der griechischen Halbinsel Methana mit denen aus diesem Jahr sieht es aus, als hätte sich dort in den 8 Jahren, die dazwischen liegen kaum etwas verändert. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, auch die touristische Infrastruktur samt Übernachtungsangeboten wirkt etwas „retro“. Manch einer mag das schade finden und als Entwicklungsstillstand negativ sehen. Andere schätzen genau deshalb die Ruhe und Abgeschiedenheit dort.

Ruhe und Abgeschiedenheit

Es hat sich aber doch etwas getan: Auf Methana wurden über 35 km Hiking Trails mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erschlossen. Das heißt aber nicht, dass Methana als Urlaubsziel nur etwas für ambitionierte Wanderer wäre. Viele interessante Fotopunkte lassen sich auch ohne ausgeprägte „Hiking-Skills“ ansteuern. In der ersten Oktoberwoche versuchten wir zu viert uns der Insel auf diese Weise zu nähern. Nicola, Elisabeth, Christa und ich wollten Landschaft, Architektur und Pflanzenwelt auf einfachen Wegen erkunden. Leichte Trekkingschuhe sollten genügen. In der zweiten Woche suchten Peter, Bernhard, Ralf und ich ein bisschen Abenteuer. Hier kamen neben festen Wanderstiefeln und Wasserschuhen in einer Höhle auch die Stirnlampen und kräftige Taschenlampen für‘s Lightpainting zum Einsatz. Mehr hierüber findest du im nächsten Bericht hier >>.

Landschaft, Architektur, Pflanzenwelt – und gaaanz viele Katzen

Methana ist eine 55 Quadratkilometer große und bis zu 713 Meter hohe vulkanische Halbinsel an der Südküste des Saronischen Golfs. Es gibt 13 bewohnte und 2 seit Jahrzehnten verlassene Dörfer, mehrere Thermalquellen, Pinienwälder, Weinreben, Olivenbäume und viele Katzen.

Allgegenwärtig blühten unter Olivenbäumen, Pinien und zwischen den Vulkanfelsbrocken die wilden Herbst-Alpenveilchen (cyclamen graecum) als unwiderstehliche Fotomotive. Markante alte Olivenbäume werden bis in die höheren Lagen auf Terrassen kultiviert und auch heute noch gepflegt. Jede Baumgestalt ein Original! Unwillkürlich ging mir die Frage durch den Kopf, was diese Lebewesen wohl im Laufe der Jahrhunderte schon alles gesehen haben mögen. Dazwischen setzten die langen Kerzen der Meerzwiebel (drimia maritima, auch: urginea maritima) weiße Akzente in die Terrassenlandschaft.

Alpenveilchen unter Pinien am Vulkanpfad

Das alte Thermalbad hat irgendwann einmal bessere Zeiten gesehen. Ein Hauch von Schwefel und Vergänglichkeit liegt in der Luft.

Das alte Thermalbad am frühen Morgen

Bei den Touren, die kurvigen Inselstraßen rauf und runter, mussten wir immer wieder anhalten, denn nach jeder Kurve tat sich ein neuer, großartiger Blick über die weite Landschaft bis hinunter zum Meer auf. Wenn sich dann am Horizont noch die anderen Insel des Saronischen Golfs aufreihen, braucht es nur noch das richtige Licht für perfekte Fotos.

In meinem Bericht vom letzten Jahr (Vulkan-Pfade) hatte ich von einer Infotafel am Wegesrand zitiert: Methana-Fans „halten den Sonnenuntergang an dieser Stelle für schöner als den auf Santorini“. Sonnenuntergänge derart zu bewerten finde ich etwas albern. Meiner Meinung nach lassen sie sich nicht in Kategorien – gut *, besser **, am besten *** – einordnen. Die Begeisterung, mit der wir sie betrachten, hängt immer von einer Vielzahl von äußeren und inneren Umständen ab. Sogar die Anzahl der Stechmücken vor Ort könnte einen Unterschied machen, weil die Biester den Wohlfühlfaktor erheblich beeinflussen können. Wir haben uns auch davon nicht unterkriegen lassen. Und ich finde, die Ergebnisse können sich mehr als sehen lassen.

Abendstimmung in der kleinen Hafenbucht von Vathi

In der Galerie unten findest du eine Auswahl der Bildergebnisse von Nicola, Elisabeth und Christa. Ein schönes Inselporträt mit Sonnenauf- und -untergängen, Landschafts-, Architektur- und Detailaufnahmen. Was meinst du?

Einige Gedanken zu “Eine Woche auf Methana – Teil 1

  1. Bernhard Schmid

    Sehr schöne Fotos und Christa hat den „Märchenerzähler“ (Olivenbaum) so aufgenommen, daß er meinem wie ein eineiiger Zwilling gleicht. Ihr hattet sicher auch eine erfüllte Woche.
    Gruß aus dem Renchtal.
    Bernhard

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