Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Meteora im Herbst

Die Metéora-Klöster gehören seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Klöster wurden auf den hohen Sandsteinfelsen errichtet, die rings um den Ort Kalambaka aufragen (3 Autostunden, bzw. 217 km südlich von Thessaloniki). Das höchstgelegene Kloster, Megálo Meteoro, liegt auf 613 m ü.N.N..

Das Kloster Megalo Meteoro
Das Kloster Megalo Meteoro

Bei Nebel oder tiefliegender Wolkendecke scheinen die Klöster auf ihren Felsnadeln über den Wolken zu schweben – ein großartiger Anblick, besonders, wenn dann noch die Sonne ein paar Spotlights dazu gibt. Bei derartiger Wetterlage bieten sich alle paar Minuten neue Fotomotive, je nachdem, wo die Wolkendecke gerade aufreißt, um für einen Moment etwas von der Landschaft durchscheinen zu lassen. Ich hatte obendrein im November noch das Glück, dass die Steineichen schon im leuchtend gelben Herbstlaub standen. Bessere Fotobedingungen finden sich nur selten.

Die 6 bewohnten Klöster
Die 6 bewohnten Klöster

Diese Karte kannst du in größer hier bei Wikimedia anschauen: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:GR-Meteora-kloester.png. Überliefert sind 24 einzelne Klöstern, von denen heute aber nur noch sechs bewohnt sind. Die restlichen achtzehn sind schwer zu erreichen oder wurden wegen Einsturzgefahr verlassen. Aber es gibt zahlreiche schmale Fußpfade, auf denen man das Gebiet durchwandern kann. Einige habe ich erkundet und bin auf blühende Krokusse, Alpenveilchen und leuchtend bunte Feuersalamander gestoßen, die träge dahin krochen. Leider ohne Makro und Stativ, das war mir bei dem steilen Pfad zu schwer. So taugt das bei ISO 6400 aufgenommene Foto leider nur als Fundnachweis. Vielleicht bietet sich die nächsten Tage nochmal die Gelegenheit mit geeigneter Ausrüstung.

Salamander im feuchten Wald
Salamander im feuchten Wald

Geschichte

Auf Wikipedia findet der historisch Interessierte eine ganze Menge zur Geschichte der Klöster, hier ein Auszug: „Die ersten nachgewiesenen Einsiedeleien gibt es in Metéora seit dem 11. Jahrhundert. Im Laufe der Jahre wuchsen diese Einsiedeleien zu einer organisierten Gemeinschaft nach Vorbild des heiligen Berges Athos zusammen. Mit der Ankunft des von Athos geflohenen Mönches Athanasios im Jahr 1334 begann der Aufstieg des Klosterlebens in der Region. Zusammen mit seinem geistlichen Ziehvater Gregorios und 14 weiteren Mönchen gründete er 1344 das Kloster Metamórphosis, auch Megálo Metéoro genannt.“

Die 6 erhaltenen und bewohnten Klosteranlagen

Alle 6 Klöster können besichtigt werden, jedes ist an einem Tag in der Woche geschlossen, doch nicht alle haben gleichzeitig die Pforte zugesperrt, so dass sich immer eine Gelegenheit ergibt. Die Öffnungszeiten liegen bei +/- 9-17 Uhr. Zu beachten sind die Bekleidungsregeln für Besucher: keine kurzen Hosen, keine ärmellosen Trägerhemdchen und Frauen kommen nur mit Rock rein. Wer keinen Rock im Reisegepäck hat, kann sich vor der Kasse einen Leihrock nehmen und über die Jeans wickeln. Schönheit eher spärlich, aber da ich Selfies sowieso albern finde, war mir das ziemlich egal.

Fährt man die Klosterroute, das ist in der Karte oben die gelbe Straße, vom Dorf Kastraki aus, trifft man zuerst nach 1.7 km auf das kleine Kloster Agios Nikólaos Anapavsás.

Agios Nikolaos
Agios Nikolaos

Etwas weiter oben, 3.7 km ab Kastraki, liegt das Frauenkloster Roussánou.

Rousssanou, im Hintergrund nochmals Agios Nikolaos
Rousssanou, im Hintergrund nochmals Agios Nikolaos

Noch ein Stückchen höher, 5 km ab Kastraki, trifft man auf die beiden Klöster Varlaám und Megálo Metéoro.

Varlaam
Varlaam

Metamórphosis, oder Megálo Metéoro ist mit etwa 60.000 m² das größte der Metéora-Klöster. Seinen Namen Metéoro (der Schwebende) erhielt der Fels vom Gründer des Klosters, dem Mönch Athanasios. Bis zum Jahr 1923 war das Kloster nur über Strickleitern bzw. eine Seilwinde mit Netz zu erreichen. Heute führen eine Steintreppe mit 143 Stufen und ein Tunnel in die Gebäude.

Südlich der beiden zuletzt genannten Anlagen liegt, 6.7 km von Kastraki entfernt, Agía Triáda (Heilige Dreifaltigkeit). Ursprünglich war auch hier der Zugang nur über Seilwinden und Strickleitern möglich. Erst seit 1925 gibt es eine Treppe. Dieses Kloster wurde durch den James-Bond-Film „In tödlicher Mission“ bekannt, einige Szenen wurden hier gedreht. Wenn Licht, Wetter und Wolken mitspielen sicher das fotogenste der 6 Klöster.

Agia Triada
Agia Triada

Fährt man von Agia Triada noch einen halben km weiter, endet die Straße am Frauenkloster Agios Stéphanos.

Agios Stefanos
Agios Stefanos

Foto- und Reisetipps

Um von hier Fotos heimzubringen, die der beeindruckenden Landschaft gerecht werden, reichen ein oder zwei Tage bei weitem nicht aus. Denn die kostbaren Lichtmomente mit den spektakulären Wolken kommen nicht auf Bestellung. Ich hatte erst am dritten Tag zum ersten Mal Glück. Mein Tipp wäre: bleib eine Woche, nimm dir eine Unterkunft in Kastraki in einem der vielen kleinen Gästehäuser und fahre jeden Tag zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder hoch. Bei meinen Touren war das frühe Morgenlicht (6 Uhr raus, bitterkalt!) am besten. Aber ob das immer so ist, kann ich noch nicht einschätzen.

Wer ohne Auto reist, kommt mit dem Zug von Athen oder Thessaloniki gut nach Kalambaka und kann sich in Kastraki ein Taxi für die Klostertouren buchen. Die Fahrer kennen die schönsten Aussichtspunkte. Mehr auf www.meteora-taxi.gr, George Tsiantoulas spricht auch Deutsch. In der Hauptreisezeit würde ich allerdings Meteora meiden, es sind dann unglaublich viele Reisebusse mit den entsprechenden Menschenmassen unterwegs. Selbst im November sind mir immer wieder große Busse auf der kurvigen Straße entgegen gekommen.

In Planung: Fotoreise Meteora im Herbst 2015

Ich bin von den Fotomöglichkeiten hier begeistert und möchte im Herbst 2015 eine einwöchige Fotoreise nach Meteora ausschreiben. Deshalb habe ich meinen für 2 Tage geplanten Aufenthalt auf 9 Tage verlängert. Die Vorerkundungen und die Ausarbeitung läuft, ein schönes Hotel mit toller Panoramasicht habe ich auch schon aufgetan. Mag jemand mitkommen, noch ist der genaue Termin verhandelbar?

Hier meine Meteora-Galerie vom November (vergrößert beim Reinklicken):

7 Gedanken zu “Meteora im Herbst

  1. Peter

    Hallo Michaela,
    großartige Location, großartige Bilder und wenn das Wetter noch mitspielt, dann gibt es SUPER-Bilder. Ich bin gespannt, wie ich die Location in Kürze erlebe, Deine Bilder sind, wie immer, ein großer Ansporn für mich.
    Vielen Dank für die sehr informative Aufbereitung Deines Blogs, das ist natürlich sehr hilfreich, wenn man das Gebiet selbst bereist.
    Liebe Grüße
    Peter

  2. Yvonne

    Hallo Michaela,
    tolle Bilder. Ich hoffe wir können am Samstag wenn wir bei dir in Meteora sind auch so schöne Bilder machen. Freue mich schon.

    Liebe Grüsse
    Yvonne

  3. Heini

    Hallo Michaela
    Obwohl die Mönche in unverbaubarer Lage hoch auf den Felsen wohnen würde ich mich nie für ein Klosterleben entscheiden.
    Was aber die Einsiedler vor über 600 Jahre auf die Felsen gebaut haben ist gigantisch und ist bestimmt eine Besichtigung vor Ort wert.
    Liebe Grüsse
    Heini

  4. Claudia

    hallo michaela
    spannend, deine reise im netz zu verfolgen. fotoreise meteora im herbst 2015 hört sich natürlich super interessant an, auch wenn das schleppen vorprogrammiert ist …aber sehr schöne gegend. weiterhin so tolle bilder, man möchte grad hinter dir her…
    s’grüessli, claudia

    1. Michaela Artikel Autor

      Hallo Claudia,
      nein, die Fotoausrüstung kilometerweit schleppen muss man/frau hier nicht. Alle schönen Fotopunkte lassen sich mit dem Auto anfahren. Die schmalen Fußpfade sind nicht so elend lang zu laufen und dort bin ich mit leichter Ausrüstung unterwegs gerwesen. Also nur die Kamera mit dem Immerdrauf-Objektiv,
      LG
      Michaela

  5. Carina Rieger

    Hallo Michaela,
    das sind wunderschöne Bilder von einer beeindruckenden Gegend. Einfach nur WOW!
    Am besten gefällt mir 13-meteora0026. Das hat so ein wenig was mystisches an sich.
    Ich wäre sofort dabei – aber ich kann heute leider wegen eines Projektes noch keine Zeit- bzw. Urlaubsplanung 2015 machen.
    Viele Grüße
    Carina

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