Kefalonia und die Unechte Karettschildkröte
Ende September besuchte ich noch einmal für zwei Wochen die griechische Insel Kefalonia. Ich wollte die letzten Details der dort im Mai 2020 stattfindenden Fotoreise vorbereiten. Was mir noch fehlte, um diese Reise zu etwas ganz Besonderem zu machen, war, ob, und wenn ja wo die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) fotografiert werden kann. Von einem Freund bekam ich den Tipp, es in der Bucht von Argostoli zu versuchen. Also machte ich mich auf den Weg dorthin.
Argostóli ist die Hauptstadt der Insel und hat etwa 12.500 Einwohner. Zum Vergleich: auf der ganzen Insel leben ungefähr 40.000 Menschen. Die Stadt liegt auf einer langgestreckten Landzunge. Am stimmungsvollsten nähert man sich ihr von der gegenüber liegenden Seite über eine alte Steinbrücke, die die Bucht quert. Diese führt auf die Hafenstraße, an der sich viele Restaurants und Cafes befinden. Direkt von dieser Steinbrücke aus sah ich meine erste Caretta! Sie schwamm kurz unter der Brücke hindurch, lies sich fotografieren und tauchte wieder ab. Diese ersten Fotos sind mir nicht wirklich gut gelungen, aber ich wusste nun zu mindestens, wonach ich Ausschau halten sollte.
Gespannt lief ich die gesamte Hafenstrasse ab. Dabei bekam ich zu meiner großen Freude tatsächlich insgesamt drei dieser Meeresschildkröten zu sehen. Nach Wikipedia wird die Unechte Karettschildkröte „von der Europäischen Union in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie als prioritäre Art geführt und gilt damit als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung von den Mitgliedsstaaten besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.“ … „Die Unechte Karettschildkröte ist in allen tropischen und subtropischen Meeren zu finden, einschließlich des Mittelmeeres. Die Weibchen vergraben ihre Eier an Sandstränden, unter anderem auf Zakynthos in der Bucht von Laganas, auf Kefalonia am Mounda Beach …“. Auf den griechischen Inseln werden die Eiablageplätze von Naturschutzorganisationen betreut, bzw. während der Ablagezeit bewacht, um den Fortbestand dieser gefährdeten Art zu sichern.
Die Tiere, die ich zu Gesicht bekam, schienen den Uferbereich systematisch „abzuweiden“. Sie ernähren sich von Wasserlebewesen (Krebse, Quallen, Seeigel, …) und auch von Seegras. Nachdem ich einer Wasserschildkröte eine Weile bei ihrer Futterpatroullie zugesehen hatte, wusste ich, wie sie am besten zu fotografieren sind: in regelmäßigen Abständen taucht der Kopf kurz aus dem Wasser auf. Diesen Moment versuchte ich abzupassen. Natürlich so, dass das Licht im Auge lag :-). Die Tiere werden bis zu 110 kg schwer und sind entsprechend groß. Da ich sie nahe am Ufer vor die Linse bekam, war für die Fotos kein langes Tele erforderlich. Die hier gezeigten Bilder sind alle mit dem 24-105mm Objektiv entstanden.
Im vorletzten Beitrag ist der Melissani See erwähnt und im Bild gezeigt. Knapp außerhalb von Argostoli habe ich das damit verbundene Naturphänomen Katavothres besichtigt. Bei einer Wassermühle, die früher als Getreidemühle diente, verschwindet das Wasser in Felsspalten, passiert ein unterirdisches Höhlensystem und kommt 16 km entfernt im Melissani See wieder zum Vorschein. Die Parallele zur Aachquelle im Hegau ist verblüffend.
Hier eine Minigalerie mit ein paar Fotos von meinem Besuch in Argostoli. Mir gefällt die Nr. 6 am besten. Was meinst du?
- Gastbeitrag: Sardiniens Süden
- Mit der Kamera ins Wasser – ein Erfahrungsbericht
Hallo Christa,
vielen Dank! Ich freue mich, dass du dabei bist!!!
LG
Michaela
Hallo Michaela,
so faszinierende Aufnahmen haben mich hier und unter „Kefalonia – auf der Jagd nach dem Blau“ dazu veranlasst und „verführt“, diese Reise zu buchen. Dein großes Engagement für die Unternehmungen macht richtig Lust, hier mit Dir und der Gruppe „ein zu tauchen“ und die Schönheiten dieser Landesecke zu erleben.
Auch die Nummer 8 ist einfach hinreißend…!
Liebe Grüße
Christa