Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Im Borjomi-Kharagauli National Park

Bei schönstem Wetter habe ich am 3. Oktober Adscharien Richtung Borjomi in Zentralgeorgien verlassen 🙁 . Die Fahrzeit betrug 5 ½ Stunden mit einem der in Georgien allgegenwärtigen Minibusse (Marschrutka). Marschrutki sind in Georgien Innerorts und Überland das preisgünstigste Verkehrsmittel. Mit ihnen kommt man fast überall hin.

Borjomi liegt auf rund 800 m ü. NN im Kleinen Kaukasus. Der Ort ist für seine schöne Natur und sein Heil- und Mineralwasser bekannt. Schon ab 1850 kam hier ein Kurtourismus auf, mit Kurpark, Hotels und Villen im Gefolge. 1906 gründete dann Großfürst Nikolai Michailowitsch Romanow in Borjomi die erste Abfüllfabrik für das gleichnamige Mineralwasser, das heute noch verkauft wird. Einige Gebäude aus der Blütezeit des Ortes stehen noch, es macht Spaß, durch die Straßen zu bummeln, viel Grün, viel Wasser. Das schönste Gebäude auf dem Weg zum Kurpark ist für mich die blaue Villa „Firuza“. Sie wurde 1892 errichtet.

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Die Villa „Firuza“ – vergrößert beim Hineinklicken

Auch der „Mineralwasserpark“ wird auf das Jahr 1850 zurückdatiert. Am Eingang sieht man als erstes die Statue eines Fotografen! Knipps. Der Weg durch den Park hat mir sehr gut gefallen. Er führt am Fluss entlang, zur Zeit der Herbstfärbung sehen die großen Bäume wunderschön aus. Das Schmuckstück des Parks ist der Mineralwasserpavillon, wo die Besucher das Wasser kosten können.

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Der Mineralbrunnen-Pavillon im historischen Kurpark – vergrößert beim Hineinklicken

Gekommen war ich aber nicht wegen Wasser und Villen aus der Zarenzeit, sondern wegen des Nationalparks. Der Borjomi- Kharagauli-Nationalpark umfasst eine Fläche von rund 85.000 Hektar, das ist mehr als 1% der Fläche Georgiens. Er liegt auf 400 bis 2.642 m ü.N.N. Ein Netz von Wanderwegen lädt dazu ein, hier zu Fuß, zu Pferd oder im Winter mit Schneeschuhen die Natur zu erkunden. Im Park leben Braunbären, Wölfe, Luchse, Rothirsche, Rehe und Gämsen sowie Steinadler und Hörnchen. Ich habe allerdings nur ein Hörnchen mit fantastisch großen Ohrpuscheln und viele Spechte gesehen.

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Neugieriges Hörnchen beobachtet Fotografin – vergrößert beim Hineinklicken

12 Wanderpfade in verschiedenen Schwierigkeitsstufen können nach der Registrierung im Besucherzentrum begangen werden. Im Besucherzentrum bekommt man auch eine detaillierte Wanderkarte mit Höhenprofilen und wird gut bei der Tourenplanung beraten. Beschrieben sind in der Karte Wanderungen zwischen einem und vier Tagen auf Höhen zwischen 800 und 2.642 Metern.

Ich hatte mir einen als relativ einfach beschriebenen Pfad für meine erste Wanderung ausgesucht. Aber oh je, es ging 600 Höhenmeter steil hinauf und natürlich auch wieder hinunter. Und das mit schwerem Fotorucksack. Doch oben dann ein grandioser Blick über das Tal und die Berge. Viele verschiedene Schmetterlinge und Libellen schwirrten über der Bergblumenwiese. Großartig, ich würde es jederzeit wieder machen.

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Grandiose Sicht über das Tal und die Berge – vergrößert beim Hineinklicken

Hier eine kleine Galerie mit Impression aus Borjomi und von einer Wandertour im Nationalpark. Die Bilder vergrößern beim Hineinklicken. Viel Spass beim Durchklicken. Und wenn du zu dem Hörnchen mit den großen Ohrpinseln etwas weißt, freue ich mich über eine Mitteilung.

3 Gedanken zu “Im Borjomi-Kharagauli National Park

  1. Egon

    Hallo Michaela

    Habe lange nicht mehr in Dein Logbuch geschaut (dachte mit dem Umzug nach Hamburg sein die Zelte zu uns abgebrochen). Finde es toll, was Du uns auftischst. Ich beneide Dich.
    Habe mich zur Zeit auf Monochrom verlagert.

    Allzeit „Gut Licht“ und gute Zeit
    Egon

  2. Carina

    Hallo Michaela,

    eine tolle Landschaft – da hat sich der Aufstieg wahrlich gelohnt…

    Ich habe mal im Netz nach Hörnchen mit langen Ohrpuscheln gesucht. Es gibt 28 Arten von Hörnchen –
    der Beschreibung und dem Bildvergleich nach könnte es das Europäische Eichhörnchen im Winterkleid
    sein.
    In einem Artikel wird berichtet, dass den Hörnchen ab dem Sommer bis in den Winter so lange
    Puschelhaare wachsen und das Fell fülliger und matter ist, da die Haare im Winter eher grau sind.

    Wie kalt ist es denn schon da? Vielleicht ist der Fellwechsel wirklich schon durch…

    Liebe Grüße
    Carina

    1. Michaela Artikel Autor

      Hallo Carina,

      jetzt habe ich etwas stabileren Internetzugang und konnte selbst ein wenig im Netz nach Eichhörnchen stöbern. Vom Verbreitungsgebiet sollte „mein“ Hörnchen eigentlich das Kaukasische Eichhörnchen sein. Aber die haben keine Ohrpinsel. Das einzige Hörnchen mit Ohrpinsel, das ich finden konnte, ist das Sibirisches Eichhörnchen Sciurus vulgaris exalbidus. Die Bilder, die ich hier (https://zoo-am-meer-bremerhaven.de/de/unsere-tiere/eichhoernchen.html) von dieser Art gefunden habe, passen gut. Allerdings war ich nicht in Sibirien … grübel, grübel …
      LG
      Michaela

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