Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Ausfahrt mit einem Fischerboot auf Santorini

Einen Tag bevor ich Santorini mit dem Schiff in Richtung Pireus verlassen habe, ging für mich ein lang gehegter Herzenswunsch in Erfüllung. Vangelis Sigala vom Hotel Matina hat es möglich gemacht, dass ich früh morgens mit einem Fischer auf´s Meer hinaus fahren konnte. Um 6 Uhr brachte er mich an den kleinen Hafen von Monolithos. Es war noch stockfinster, doch zwei Fischer, Manolis und Adonis, waren schon bei ihren Booten. Adonis hatte nichts dagegen, mich zum Einholen der Netze auf seinem Schiff Anthropaki mit hinaus zu nehmen. Meine Freude war riesengroß. Doch erst einmal wurde ich freundlich auf einen Kaffee eingeladen – so nett! Zusammen warteten wir beim Kaffee auf die Morgendämmerung und ich vertrieb mir mit ein bisschen Fotografieren im lichttechnischen Grenzbereich die Zeit. Die ersten drei Fotos in der Galerie unten sind mit ISO 8000 bis 25.000 entstanden.

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Vor der Ausfahrt gab es erst einmal einen Kaffee – Bild vergrößert beim Klicken

Dann ging es, eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang auf das Meer hinaus in Richtung Anafi. Die ersten Fotos entstanden wieder hart am ISO-Limit  – ich finde sie trotzdem gelungen und stimmungsvoll. Was meinst du? Nachdem die Sonne dann endlich gegen 7:30 Uhr hinter Anafi aufgegangen war, gab es genügend Licht für etwas schnellere Verschlusszeiten. Nun versuchte ich, Adonis beim Einholen des Netzes so zu erwischen, dass das Netz im Flug scharf eingefangen war. Der Fang war an diesem Morgen gering. Ein paar wenige Sardinen und Red Mullets hat Adonis heimgebracht. Jetzt kann ich gut nachvollziehen, warum auf der Insel frischer Fisch in der Taverna so teuer ist.

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Ein Fisch zappelt im Netz – vergrößert beim Hineinklicken

Ein traumhaft weiches Morgenlicht und ein absolut ruhiges Meer haben diesem Morgen einmalig gemacht. Noch zwei Tage vorher ging ein heftiger Wind mit 6-7 Beaufort, so dass die Fischer nicht hinausfahren konnten. Danach war vom Sturm die Hafeneinfahrt von Monolithos versandet und musste wieder frei geräumt werden. So war es bis zum letzten Moment spanned geblieben, ob die Boote überhaupt hinaus fahren würden. Und hätte Vangelis nicht so hartnäckig tagelang herumgefragt, ob mich jemand mitzunehmen würde, wäre nichts aus meinem Fotoerlebnis früh morgens auf dem Meer vor Kamari geworden. Vielen, vielen Dank Vangelis und Adonis für diese unvergeßliche Fahrt!

In der Galerie unten sind ein paar Fotos von der Fahrt zusammen gestellt. Die ersten sind mit Offenblende und bizarr hoher ISO-Zahl entstanden. Später, nach Sonnenaufgang konnte ich dann langsam auf ISO 800 -400 herunter gehen. Meine Favoriten sind die Nr. 21 und 25. Und welches gefällt dir am besten?

3 Gedanken zu “Ausfahrt mit einem Fischerboot auf Santorini

  1. Norbert Kimmel

    Hallo Michaela,
    Freue mich sehr, daß es dir doch noch gelungen ist mitzufahren. Die Hartnäckigkeit hat sich doch gelohnt.
    Mir gefallen die Bilder sehr gut, wundert mich doch etwas, daß du die ersten Bilder mit bis zu 25000 ISO so gut hingekriegt hast. Naja mir gefällt Nr.6 sehr gut wegen der gesamt Übersicht (Boot/Meer/und Insel)
    Auch Nr.18 erste Sonnenstrahlen ist Schön.Deine Favoriten sind klar dabei, Freude und Rückfahrt.
    Wünsche dir gutes Licht in Pelasgia und weiter viel Erfolg auf deiner Tour.

    1. Michaela Artikel Autor

      Hallo Norbert,

      vielen Dank für guten Wünsche. Ja, die 5D arbeitet recht gut auch bei hohen ISO-Zahlen. Allerdings ist die Internetansicht eines Bildes natürlich etwas anderes, als ein großformatiger Print. Auch habe ich alle drei Fotos selektiv auf dem Hintergrund im Lightroom entrauscht. So kann man sie in der 700Pixel-Ansicht gut zeigen, finde ich. Aber in groß an die Wand hängen wohl dann doch nicht.
      LG
      Michaela

  2. Jutta Arens

    Liebe Michaela,
    die Bilder sind schön, das ist keine Frage, am symptomatischsten sind für mich das Bild Nr. 3 (da sitzt der Fischer und ahnt wohl schon, wie der Fang werden wird) und Nr. 7 (da zappelt eine einsame Sardine!) im Netz. Das ist das Ergebnis des Fischereiwahnsinns in den siebziger Jahren als diese Fischer oder ihre Väter mit Dynamit ganze Buchten leergefischt haben. Ich habe es selbst erlebt und fand das unfassbar. Dass es jetzt so aussieht, hätte ich mir aber doch nicht vorstellen mögen. Sardinen waren doch die Fische für die Armen, wer wollte die schon? Und das ist alles, was übrig geblieben ist?
    Ich finde, Du hast nicht nur einen stimmungsvollen Tagesanbruch dokumentiert, Du hast den ökologischen Wahnsinn des Mittelmeerfischens mit einer ganz kleine Gruppe von Menschen beeindruckend dargestellt. Vielen Dank für diese „offenen“ Bilder.

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