Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Eidechsen und Geckos im Sucher

Dieser Beitrag ist für Franco, Heinz und Anni und ihre kleinen Molindiri – grüßt sie von mir – und für Jürgen aus dem hohen Norden, der die kleinen Drachen letztes Jahr noch nicht so richtig niedlich finden mochte :-).

Die Trockenmauer, die die Casa Pedro umgibt
Die Trockenmauer, die die Casa Pedro umgibt

Eigentlich sind Eidechsen hier auf Fuerteventura allgegenwärtig und doch nimmt man sie meist nur für Sekundenbruchteile als weghuschende Bewegung wahr. Die scheuen Tiere verschwinden blitzschnell unter dem nächsten Stein oder in einer Trockenmauer, wenn man sich nähert. Daher haben die meisten Besuchern der Insel kaum Gelegenheit, sie in Ruhe zu betrachten. Doch genau das lohnt sich, denn auf Fuerteventura gibt es eine schön gefärbte Eidechsenart, die als endemisch, eingestuft wird. Die Atlantische Eidechse (Gallotia atlantica) auch Ostkanareneidechse genannt, kommt nur auf den östlichen kanarischen Inseln Fuerteventura und Lanzarote (und den dazugehörigen kleinen Inselchen) vor. Daher habe ich mich gefreut, als ich sie hier bei mir direkt vor der Haustür entdeckte. Sie leben zahlreich in der Trockenmauer aus Lavasteinbrocken, die die Casa Pedro umgibt. Also ein paar Tage die Gewohnheiten, vor allem das Fluchtverhalten, studieren, danach war das Fotografieren nur noch eine Sache der Geduld.

Atlantische Eidechse (Gallotia atlantica)
Atlantische Eidechse (Gallotia atlantica)

Atlantische Eidechsen können bis zu 25 cm lang werden. Dabei sind die Männchen etwas größer, als die Weibchen. Manche ausgewachsenen Männchen sind fast schwarz mit auffälligen grünen Punkten an den Seiten. Die Tiere sind tagaktiv und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Insekten und Würmern sowie jungen Pflanzentrieben und Früchten.

Kanarische Mauergecko (Tarentola angustimentalis)
Kanarische Mauergecko (Tarentola angustimentalis)

Eine weitere endemische Tierart der östlichen Kanaren ist der Kanarische Mauergecko (Tarentola angustimentalis). Er gilt als nachtaktiv, doch nachdem ich gelernt hatte, mich seeehr vorsichtig anzupirschen, konnte ich ihn auch schon ab dem Nachmittag beobachten. Als Erstes fallen die großen, goldenen Augen auf, die aus einer Mauerritze heraus spähen.

Der Kanarische Mauergecko kann seine Farbe verändern und an die jeweilige Umgebung anpassen. Die Grundfarbe variiert von fast schwarz über braun, beige bis hin zu hellgrün oder honigfarben, der Rücken ist dabei mal mehr mal weniger deutlich gemustert. Die Fotos in der Galerie unten zeigen etwas von der Variationsbreite der kleinen Farbwechsel-Wunderwesen. Der Mauergecko wird bis zu 16 cm lang und gilt damit als „großer“ Gecko. Er ist ein fleißiger Insektenjäger. Darum wird er von vielen Menschen hier auch gerne im Haus geduldet. Einige Kulturen verehren die Geckos sogar als Glücksbringer. Auch auf Fuerteventura sind Geckofiguren darum ein beliebtes Schmucksymbol geworden. Sie dekorieren T-Shirts und Hauswände oder verschönern als Kühlschrankmagnete die Küche.

Hauswandschmuck - Casa Pedro
Hauswandschmuck – Casa Pedro

Fressfeinde der Ostkanareneidechsen sind Turmfalke, Mäusebussard, Kolkrabe, Südlicher Raubwürger und Wiedehopf. Falken und südlichen Raubwürger sah ich mit Eidechsen im Schnabel davonfliegen. Ein trauriges Kapitel sind die in der Landschaft herumliegenden Plastikflaschen. Die Tiere werden davon angelockt, schlüpfen hinein und kommen dann nicht mehr heraus. Nicht selten sieht man in diesen Eidechsenfallen ein oder sogar mehrere verendete Tiere. Wer etwas Gutes tun will, nimmt auf die Wandertour einen Müllsack mit und sammelt die tödlichen Flaschen ein.

Ein Falke trägt eine Eidechse fort
Ein Falke trägt eine Eidechse fort

Fototipps

Zum Fotografieren empfehle ich wegen der Fluchtdistanz der Tiere ein Objektiv mit etwas längerer Brennweite. Für einige der unten gezeigten Aufnahmen habe ich das 180er-Makro benutzt, z.T. + 1.4er-Konverter. Die besten Ergebnisse brachte aber nach einigem Rumprobieren das 100-400er Tele mit einem 35er Zwischenring. Aus bildgestalterischen Gründen war mir eine bodennahe Aufnahmeposition wichtig. Das Stativ sollte dann dafür eines sein, dass sich „flachlegen“ lässt.

4 Gedanken zu “Eidechsen und Geckos im Sucher

  1. Heinz Diehl

    Hallo Michaela , wie erwartet ….. unsere kleinen Monster sind wieder wach und bevölkern Hauswaende und Zimmerdecken …. Der Sommer kann nun kommen …
    Viele Grüße aus Griechenland , Heinz u Anni

  2. Heinz Diehl

    Hallo Michaela , vielen Dank daß Du uns diesen Artikel mit seinen tollen Bildern gewidmet hast .Zur Zeit haben sich unsere zahlreichen “ Mitbewohner , Hausgeckos “ wohl in den Winterschlaf verabschiedet und sind nirgends zu sehen. Aber ich bin ganz sicher,bei den ersten Sonnenstrahlen sind sie wieder da und bevölkern Hauswaende , Mauern und sonstige sonnige Plätze . Es sind übrigens auch hervorragende Insektenvernichter ,deshalb sind sie bei uns auch im Haus immer sehr willkommen. Liebe Grüße aus Griechenland von Anni u Heinz

  3. gisela hawickhorst

    Was für ein schöner Bericht – und was für schöne Fotos. Auch wenn es für die Eidechse tödlich endete, so ist natürlich der Falke mit der Eidechse genial.
    Auch wenn die Eidechse normaler ist: Wunderbare, kleinere Eidechsen gibt es auch auf der Mainau in den Trockenmauern in Massen. Interessant sind dann vor allem die Blicke der Besucher, wenn man auf dem Boden liegt, um einen guten Blickwinkel zu bekommen. Motto: Was macht den die verrückte Alte da auf dem Boden. Faszinierende Tiere – und da kann man sich wirklich Stunden mit beschäftigen. Wenn nicht vorher die Herren mit der weißen Jacke kommen, und einen abholen :))
    Lese Deine Berichte immer wieder gerne.
    Liebe Grüße in den Süden
    Gisela

  4. Egon

    Ich sehe, dass sich Deine Geduld lohnt.
    Immer wieder interessant Deine Berichte. Mein Fernweh ist nahezu am Quälen. Wie schon bei den Libellen animieren Deine Fotos.
    Grüsse, gut Licht und allzeit Gesundheit
    Egon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert