Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Die kleinen Esel von Ortueri

Während des letzten Kurses durfte ich im Agriturismo S´Ispiga die zwei Eselchen des Hofes fotografieren. Dabei bekam ich von Antonangelo, der mit seiner Frau Lilli zusammen den Agriturismo betreibt, die Information, dass es sich hier um eine traditionelle sardische Rasse handelt. Der Asino Sardo wird nur 80 bis 110 Zentimeter groß. Er hat ein flauschige, graues oder braunes Fell mit einem dunklen Kreuz, dem Sankt Andreas Kreuz, über dem Rücken. Die letzten Überlebenden dieser alten Rasse stehen auf der Liste der gefährdeten Tiere.

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Ein Esel mit dem charakteristischen Andreaskreuz – vergrößert beim Hineinklicken

Von Antonangelo erfuhr ich auch, dass es im Inselinneren einen Ort gibt, an dem man versucht, diese alte Rasse zu erhalten. Er erzählte mir von einem Park der Asinelli (Eselchen), der öffentlich zugänglich sei. Der Park liegt etwa eine Autostunde von Santa Caterina entfernt in den Bergen, in der Nähe des kleinen Ortes Ortueri (584m). Nichts wie hin!

Esther, die gerade hier zu Besuch ist, und ich machten uns morgens früh auf den Weg. In Ortueri folgten wir den Hinweisschildern mit der Beschriftung Parco Mui Muscas. Wir waren auf Anhieb begeistert von dem 55 Hektar großen Park. Ein Korkeichenwald mit beschildertem Wanderwegenetz und gerade blühendem Schopflavendel lud zum Entdecken der Natur ein. Hier hätten wir auch mehrere Tage zubringen können.

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Oberhalb des Ortes Ortueri findet man die kleinen Esel

Doch zuerst suchten wir die Eselchen, klärten mit den Parkbetreuer die Fotografier-Erlaubnis ab und ließen uns erklären, wie viele Esel zur Zeit dort zuhause sind. 33 Tiere sind es, davon 4 erst vor kurzem geboren. Eines der 4 Eselsfohlen war gerade mal eine Woche alt. So niedlich und flauschig!! In einem Bericht aus dem Jahr 2013, auf den ich beim Recherchieren im Internet gestoßen war, ist noch von 51 Eseln die Rede. Unser Gesprächspartner erklärt uns, dass dem Schutzprojekt die Mittel fehlen. Er macht sich Sorgen wie es weiter gehen soll und sagt, er arbeitet dort im Moment ohne Bezahlung.

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Auf Sardinien sind diese Esel mit den Menschen durch eine jahrtausendealte Geschichte verbunden. Sie wurden als Helfer in der Landwirtschaft, beim Transport und sogar bei kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt. Bis 1975 gab es auf der Insel noch 30.000 Exemplare des Asino Sardo. Innerhalb von 15 Jahren ist dann der Bestand auf nur noch 300 Tiere zurückgegangen weil sie durch Motorfahrzeuge und –geräte ersetzt wurden.

Die Tiere im Park sind sehr verschmust, suchten unsere Nähe und ließen sich gerne streicheln. Eine Eselin war so anhänglich, dass sie Esther gar nicht mehr von der Seite weichen wollte. Am fotogensten waren die „Sandbadeszenen“: dann warf sich ein Esel in den Sand und wälzte sich so wild hin und her, dass der Staub nur so aufstob.

Hier eine kleine Galerie mit Aufnahmen von Esther und mir. Die Bilder vergrößern beim Hineinklicken. Nr. 11 und 16 gefallen uns am besten, weil die beiden uns an den Esel in Shrek erinnern. Und was ist dein Favorit?

4 Gedanken zu “Die kleinen Esel von Ortueri

  1. Christa Jedelhauser

    Liebe Michaela,
    die Esel sind alle so süß und wie es halt immer so ist, sind die Kleinen am herzigsten. Alle Fotos schön, aber Nr. 2, 11 und 16 sind meine Favoriten. Da möchte man gleich hin…!

    Liebe Grüße
    Christa

  2. Yvonne

    Hallo Michaela, hallo Esther,

    die Eselchen sehen ja wirklich nett aus. Mir gefällt auch Bild 2 am besten. Wobei so ein Stativesel ja echt praktisch ist, würde der auch die Ausrüstung tragen?
    Tolle Fotos.

    Liebe Grüsse
    Yvonne

  3. Gisela

    Hallo Michaela,
    wie schnell der Mensch vergisst, wer ihm ewig lange beim Überleben geholfen hat. Wäre das nicht auch eine Geschichte für die deutsche Presse?
    Mir gefallen die Bilder 2 und 16 am besten, auch wenn die anderen ebenfalls zauberhaft sind.
    Danke Dir für Deine Geschichten und Bilder.
    Liebe Grüße
    Gisela

  4. Jutta Arens

    Liebe Michaela,

    ich finde die „kleine Familie“ (Nr. 12) allerliebst, sie sehen aus, wie wenn sie sehr harmonisch miteinander umgehen. Dass sie so klein sind, ist erstaunlich, ich bin total begeistert.
    Liebe Grüße Jutta

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