Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Der Pyramiden-Altar Monte D’Accoddi

In einem Buch fand ich den vagen Hinweis darauf, dass es auf Sardinien eine Pyramide geben solle (vielen Dank Gisela für das Buch!). Das klang spannend. Ich machte mich auf den Weg. Um mehr zu erfahren und um mir die Sache mit eigenen Augen anzuschauen. Die Ausgrabungsstätte trägt den Namen Monte d’Accoddi. Sie liegt im Norden Sardiniens, ganz in der Nähe der Hafenstadt Porto Torres. Das Gelände ist mit dem Auto über die alte SS131 zu erreichen. Am Tickethaus empfing mich eine freundliche Mitarbeiterin, die mir anhand einer Luftaufnahme erklärte, was es zu sehen gibt. Zum Abschluss gab sie mir noch eine Infobroschüre mit auf den Weg. Danach konnte ich mich frei bewegen und das Gelände erkunden. Als ich mich dem Bauwerk langsam näherte war der erste Gedanke: das ist ja wirklich eine Pyramide! Erinnerungen an den Besuch der Ausgrabungsstätte Monte Alban in Mexico wurden wach (s. dazu dieser Beitrag). Aber schau selbst. Das Foto zeigt den ersten Anblick. Was meinst du dazu?

Die zweistufige Pyramide mit Rampe und Menhir – Bild vergrößert beim Hineinklicken

Die Pyramiden, die ich in Mexico fotografieren konnte, waren um einiges höher. Aber die Ähnlichkeit in der Form ist trotzdem verblüffend. Hier ein paar Zahlen zur Größe: es ist eine zweistufige Pyramide mit einer Seitenlänge von 36 x 29 Metern mit einer Rampe von 42 Metern Länge, die auf die obere Plattform hinaufführt. Am rechten Rand der Rampe steht ein großer steinerner Tisch, er wird als Altarstein interpretiert. Links der Rampe ragt ein 4,5 Meter hoher und 6 Tonnen schwerer Menhir über diese hinaus. Es heißt, er wäre sogar noch älter, als die Pyramide. Bei der Größe war der Menhir ein Fall für das 17-40mm Weitwinkelobjektiv. Ich habe ein wenig mit verschiedenen Perspektiven herumgespielt. Am Ende gefiel mir der „Hinkelstein“ am besten im Gegenlicht.

Der 4,50 Meter hohe Menhir im Gegenlicht – Bild vergrößert beim Hineinklicken

Die Pyramide von Monte d’Accoddi ähnelt laut Infobroschüre mesopotamischen Tempeln, den Zikkuraten aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Laut Wikipedia ist diese Pyramide für den Mittelmeerraum einzigartig. Die erste Bauphase wird auf die Jungsteinzeit, 3020-2860 v.Chr., datiert, die zweite Bauphase auf 2590 v. Chr.. Ausgegraben wurde der Altarberg in den 1950er Jahren von Ercole Contu. Mit der Rekonstruktion wurde in den 1980er Jahren begonnen, Ende der 2009 waren die letzten Eingriffe abgeschlossen.

Der Altarstein – Bild vergrößert beim Hineinklicken

Die Infotafeln beschreiben Monte d’Accoddi als religiöse Kultstätte. Über die Herkunft der Erbauer gibt es nur Spekulationen. Da die Pyramide Ähnlichkeit mit mesopotamischen Bauwerken hat, vermutet man, dass aus jener Region eingewanderte Herrscher und Eroberer ihren Kult mitbrachten. Doch Genaues weiß man nicht. Auf fast allen Infotafeln wird darauf verwiesen, dass es sich bei den Angaben nur um Hypothesen handelt.

Die alten Steine dienen heute unglaublich vielen Eidechsen als Unterschlupf. Sie flitzen dem Besucher auf Schritt und Tritt vor den Füßen herum. Beim nächsten Besuch nehme ich mein Makro mit 🙂

Hier eine kleine Galerie von meiner Exkursion. Mein Favorit ist die Totale im Bild 1, weil hier die Pyramidenform am besten rauskommt. Und was ist dein Favorit?

2 Gedanken zu “Der Pyramiden-Altar Monte D’Accoddi

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