Der große Schwarm – uno stormo di storni
Gestern Abend (am 29. November) habe ich etwas fotografisch absolut Verrücktes getan: zwei Fotos mit 350 mm und ISO 3200/6400 aus der Hand aufgenommen und nicht sofort wieder gelöscht. Was war passiert? Ich wurde Zeugin eines fantastischen Spektakels am Abendhimmel. Ein unvorstellbar großer Vogelschwarm verdunkelte den Himmel, löste sich auf, bildete sich immer wieder neu. Ein Schauspiel aus hellen und dunklen Formen, schöner und variationsreicher als jedes Feuerwerk. Zuerst war ich fasziniert von den Formen, die sich aus Vogelleibern in der Luft bildeten. Ich sah ein Kaninchen, eine Windhose, sogar eine Vogelsilhouette geformt aus Vogelkörpern.
Kleinere Schwärme hatte ich in den letzten Tagen schon häufiger beobachtet. Von den Staren wird hier berichtet, dass sie sich zur Zeit der Olivenernte an den dunklen Früchten bedienen. Der unangenehme Nebeneffekt, den hier niemand schätzt: danach bekleckern sie – ebenfalls im Schwarm – alles mit ihrem dunkelolivfarbenem Kot. Mein kleines rotes Auto bekommt auch schon mal etwas ab.
Doch so viele Vögel wie gestern, habe ich noch nie zuvor am Himmel gesehen. Der Starenzug ist natürlich auch in Deutschland bekannt, der Bayrische Bund für Vogelschutz hat hier einige Fakten darüber veröffentlicht. In diesem Bericht aus Bayern ist von Hunderten von Vögeln die Rede. Nicht Hunderte sondern Tausende von Staren müssen es gestern Abend südlich von Oristano über mir gewesen sein.
Nachdem das Tageslicht schon fast geschwunden war, kam ich auf die Idee, mit der Kamera und dem langen Tele ein gerade auf eine Brücke einbiegendes Fahrzeug abzupassen, um so die Dimensionen dieses Vogelschwarms oben drüber zu zeigen. Aus meiner tieferen Aufnahme-Perspektive sieht es sehr bedrohlich aus. Doch das täuscht. Weder den Vögeln noch den Fahrzeugen ist etwas passiert. Ich bin nach dem Fotografieren auch über die im Bild gezeigte Brücke gefahren – keine Kollisionsgefahr.
Hier eine kleine Galerie der wunderbaren Formen, die die ziehenden Vögel am Himmel bildeten. Ich mag Nummer 9 am liebsten, weil ich darin eine Vogelsilhouette und einen Rochen sehe. Naja, Ansichtssache, natürlich. Die beiden letzten Bilder sind diejenigen, welche ich wegen des schwindenden Lichtes mit ISO 3200 (Nr. 10) und 6400 (Nr. 11) aufgenommen habe. Natürlich keine fotografischen Meisterwerke. Aber ohne diese beiden Bilder wäre die Geschichte nicht vollständig, finde ich. Was meinst du? Und welche der Fotos gefallen dir am besten?
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Hallo Michaela,
die Schwärme sind sehr beeindruckend – die Stare sind eigentlich richtige Meister in der Flugkunst.
Wir konnten im heimatlichen Garten in einer großen Eibe auch das Phänomen beobachten, wie die
Stare sich hier ihren Schlafplatz suchten. Es wurden tagtäglich mehr…und leider brachte es auch
mit sich, dass es täglich lauter und dreckiger wurde.
Danke für die tollen Bilder und die Größenvergleiche
LG
Carina
Unglaublich beeindruckend diese Bilder und die Natur zeigt wie mächtig und einzigartig sie ist! In jedem Bild kann man Formen wie Gesichter, Tiere oder sonstiges erkennen, erahnen.
Danke fürs Zeigen – sehr schön.
LG
Christa
Unglaublich, was für verrückte Formen sich da bilden. Da warst Du zur rechten Zeit am rechten Ort.
Ich kann mich daran erinnern, dass wir bei meinem Novemberbesuch auch einen Schwarm Stare gesehen haben. Allerdings nicht in dieser Größe und die flogen auch bedenklich dicht über der Straße.
Liebe Grüße
Liebe Michaela, Du kennst ja meine „Leidenschaft“ des Fotografierens von Formen und Gesichtern.
Du hast erneut „begeisternde Aufnahmen“ gemacht.
Mir gefällt die Aufnahme Nr. 2: Gesicht mit Turban, Nr. 3: Esel mit Sonnenbrille, Nr. 4: fliegender Teppich und als letztes und für mich schönstes die Nr. 3: Eleganz in Perfektion.
Herzlich Margareta
Du hast den Traum eines jeden Naturfotografen eingefangen. Tooooll. Weiterhin allzeit gut Licht, Gesundheit und Zufriedenheit.
Perspektivische Grüsse
Egon
Sehr schöne Formationen und sehr beeindruckend im Grössenvergleich! Kenne sonst nur wesentlich kleinere Schwärme hier im Herbst. Aber da hilft wohl viel draußen sein und dann die Kamera dabei haben. Und Du hast da unten nicht den vielen Nebel, der uns um diese Jahreszeit belagert.
Liebe Grüße, Torsten.
wirklich beeindruckend! Als Größenvergleich gefällt mir die LKW-Aufnahme am besten; von den Schwarmbildern die #8
Wow, das ist in der Tat fantastisch. So einen gewaltigen Starenschwarm würde ich auch gerne einmal erleben. Liebe Michaela, kann man dieses Erlebnis als Fotokurs bei Dir buchen? (Die Frage ist natürlich nicht ernst gemeint.)
Lieber Peter,
leider nein 🙂 . Es ist soooo schade, dass diese Fotogelegenheit nicht kalkulierbar ist. Bei der Naturfotografie hat zum Glück immer die Natur – hier in Form der Stare – das letzte Wort.
Gut so!
LG
Michaela