Bienenfresser auf Sardinien
Schon in den beiden letzten Jahren konnte ich hier an der Westküste Sardiniens im Mai die aus dem afrikanischen Winterquartier zurückkommenden Bienenfresser (Merops apiaster) beobachten. Ihre Ankunft ist nicht zu überhören. Wenn eine Gruppe vorbei zieht, wird es richtig laut. Doch über dem Ort sind sie höchsten ganz kurz auszumachen. Ihr Lebensraum sind offene Landschaften mit einzelnen Bäumen und Gebüschen. Zum Anlegen der Bruthöhlen suchen sie hier das sandige Dünenhinterland oder Steilhängen/Klippen an abgelegenen Ufern von Flüssen auf.
Bienenfresser sind Kolonievögel. Hat man erst einmal einen am Himmel entdeckt, sind die anderen nicht fern. Meist hört oder sieht man sie im Fluge. Und es ist eine Freude, ihnen beim pfeilschnellen akrobatischen Fliegen zuzuschauen. Im Gegenlicht scheint das Gefieder rostrot durchstrahlt, im Auflicht dagegen kommen die bunten Farben prächtig zur Geltung. Flugaufnahmen sind mir einige ganz Passable in unterschiedlichen Posen gelungen.
Schwieriger war es, einen sitzenden Vogel zu erwischen. Die Tiere sitzen gerne hoch oben in den Zweigen einzeln stehender Bäume, die einen guten Überblick über ihr Revier gewährleisten. Von dort beobachten sie genau, was unten los ist. Sobald ihnen im weitesten Umfeld etwas verdächtig erscheint, sind sie weg. Also habe ich mich früh morgens vor Sonnenaufgang angepirscht und im schattigen Bereich eines Mastix- und Zistrosengebüsch Deckung gesucht. Nun war warten und die Ohren spitzen angesagt. Gefühlte 100 Stechmücken später saß mir dann ein bunter Geselle für einige Minuten ruhig im Baum gegenüber. Doch es wurde noch besser: ein Paar setzte sich dazu, er mit Brautgabe für sie. Natürlich bekommt die Angebetete eine Biene überreicht. Als sich in die anbahnende Paarung dann noch Bienenfresser Nummer drei einmischen musste, war für einen Augenblick richtig was los auf „meinem“ Baum.
Das war Fotografieren mit Suchtpotenzial! Doch am 4. Tag habe ich gesehen, dass einige Vögel anfingen, in der Nähe meiner Beobachtungsstelle Nistlöcher zu graben. Am Nest fotografiert man nicht, denn das könnte die Brut gefährden. Also freue ich mich an den bis jetzt gelungenen Fotos und wünsche meinen bunten Freunden eine erfolgreiche und störungsfreie Brutzeit. Hier eine kleine Galerie mit den Aufnahmen der letzten drei Tage. Die Bilder vergrößern beim Hineinklicken. Nr. 8 und 11 gefallen mir am besten. Und was ist dein Favorit?
- Unbekanntes Insekt – wer weiß was?
- Die kleinen Esel von Ortueri
Hallo Michaela,
da hat sich das Überstehen der Schnakenattacken wirklich gelohnt; es sind Dir Fotos zum Staunen gelungen.
Meine Favoriten sind #4 und #9; aber wie immer fällt die Auswahl schwer.
Hoffentlich werden die Protagonisten erfolgreiche Eltern 😉
LG aus dem Renchtal
Bernhard
Saluti Michaela
Wirklich super Aufnahmen, da wäre ich sehr gerne mit Dir von den Mücken verstochen worden. 😉
Mir gefallen die Aufnahmen 9 und 13 am besten.
wünsche Dir weiterhin gutes Licht.
Gruss aus der Schweiz
Yvonne
Hallo Michaela,
wunderschöne Tiere und wunderbare Aufnahmen – da haben sich die vielen Mückenstiche gelohnt und Du hattest ein tolles Erlebnis. Einfach nur Wow!
LG
Carina