Michaelas Logbuch – Fotoreisen und Fotoprojekte

Bei den Wildpferden der Giara

Dieser Beitrag ist für Dagmar, Iris und alle anderen, die Pferde lieben. Das Foto unten ist von Peter Liebthal, der bei der Fotoreise „Wildlifefotografie auf Sardinien“ mit dabei war und die Giara-Pferde dort in recht wilder Aktion erlebt hat. Vielen Dank Peter!

Peter-giara
Während des Kurses Wildlifefotografie Ende April, (c) P. Liebthal

Das auf 500-580 m.ü.N.N. gelegene Hochplateau der Giara bietet mit den ringsherum steil abfallenden Hängen zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, darunter auch den kleinen sardischen Wildpferden, einen geschützten Lebensraum. Man vermutet, dass diese Pferde um 900-800 v.Ch. mit den Phöniziern auf die Insel kamen. Bis zum Spätmittelalter waren sie an verschiedenen Plätzen im Inselinneren zu finden. Heute leben die Wildpferde ausschließlich auf der Giara. Mitte der 60er Jahre war der Bestand auf 150-200 Tiere zurückgegangen. Warnungen von Wissenschaftlern und Naturschützern initiierten Schutzmaßnahmen. Heute ist der „Parco della Giara“ ein Naturpark mit Wanderwegen, Picknickplätzen und einem botanischen Garten. Aktuell spricht man von 450-600 Wildpferden im Park. Mehr Info: Coop. Sa Jara Manna, www.sajaramanna.it.

Marschwiesen und windgeb eugte Bäume
Marschwiesen und windgebeugte Bäume (vergrößert beim Anklicken)

Beim Infohäuschen am Eingang fragte ich bei meinem ersten Besuch den freundlichen Guide, wo ungefähr denn die Pferde zu sehen wären. „Es sind Wildtiere, sie sind mal hier, mal da“, hieß es. Leicht desillusioniert machte ich mich darauf gefasst, 4300 ha Naturpark zu durchstreifen, und wäre schon überglücklich gewesen, nur ein Pferd zu sehen. Stattdessen konnte ich nach einer Stunde Wanderung gleich eine ganze Gruppe beobachten. Vorsichtig, aus respektvoller Entfernung, um die Tiere nicht zu verscheuchen. Leider war die Lichtqualität nicht besonders, viele Fotos sind nicht dabei herausgekommen. Doch das Naturerlebnis war wirklich etwas ganz Besonderes und für mich war klar, dass ich wiederkommen würde.

Schnell verschwinden sie wieder im Wald (vergrößert beim Hineinklicken)
Schnell verschwindet er wieder im Wald (vergrößert beim Anklicken)

Beim zweiten Mal plante ich eine Übernachtung im Dachzelt vor den Toren des Naturparkes ein. So konnte ich am Nachmittag bis zum letzten Abendlicht und am nächsten Morgen ab dem Sonnenaufgang unterwegs zu sein. Durch Korkeichenwälder, über Lichtungen mit blühendem Affodil, vorbei an wilden Narzissen und Orchideen gelangte ich zu den Marschwiesen, wo die Pferde grasten. Ein schwarzes Pferd inmitten weißer Wassergänseblümchen (Ranunculus revelieri) im frühen Morgenlicht ist ein atemberaubender Anblick. Belichtungstechnisch allerdings eine Gratwanderung. Der schönste Moment: als sich ein ganz junges Fohlen auf staksigen Beinen aus dem Affodil aufrichtete und mich ansah.

Hier eine Galerie der 3 Exkursionen, die Vorschau-Bilder vergrrößern beim Hineinklicken:

6 Gedanken zu “Bei den Wildpferden der Giara

  1. Heinz Diehl

    Hallo Michaela , traumhaft schöne Aufnahmen , du hast recht mit Deiner Vermutung , dass unsere drei Mädels von diesen Bildern begeistert sein werden …. ansonsten habe ich den Gedanken der anderen Kommentaren nichts hinzuzufügen . Wie soll man denn Begeisterung noch anders ausdrücken ….
    Liebe Grüße Heinz

  2. Peter

    Giara – ein (nicht nur) fotografisches Highlight
    Eine mystische Kraft geht von diesem Ort aus. Man fühlt sich wie in einem Märchenwald und wäre nicht verwundert, zwischen den Pferden im blühenden Affodil auf einmal ein Einhorn zu entdecken.
    Der halbe Tag, den wir hier im Rahmen des Wildlife-Kurses verbracht haben, war leider viel zu kurz. Nächstes Jahr will ich nochmals hin.

    Liebe Grüße
    Peter

  3. Dagmar

    Liebe Michaela!
    Die Wildpferde, du hast sie zum Glück in dem riesigen Naturpark entdeckt und für uns atmosphärisch „eingefangen“. Hallo Mensch, Rappe vor weißen Wassergänseblümchen, Fohlen hinter Gras und Wildpferd inmitten Affoldils: meine Favoriten.
    Für die Daheimgebliebenen eine echte Bereicherung deine Reise in Text und prächtigen Fotos mitverfolgen zu können.
    In freudiger Erwartung auf weitere Highlights
    Liebe Grüße Dagmar

  4. Iris L.

    Hallo Michaela,
    super schöne Bilder! Ich stelle es mir wunderschön vor, in der Frühe oder im goldenen Abendlicht auf die Pirsch nach den Wildpferden zu gehen. Das hätte ich auch gern gesehen letztes Jahr auf Sardinien – es ließ sich in unserem Familienurlaub aber leider nicht unterbringen. Da schau ich mir Deinen Beitrag um so lieber an – Danke 🙂
    Viele Grüße
    Iris

  5. Carina Rieger

    Liebe Michaela,

    kann mich Iris nur anschließen – einfach supertolle Aufnahmen. Auch wenn meine heißeste Pferde-
    Phase seit gut 15 Jahren vorbei ist schau ich mir sie immer noch gerne an und hätte diesen Moment gerne miterlebt. Ich werde die Bilder auf jeden fall meiner pferdenärrischen Nichte zeigen.

    Aber wer weiß ob uns nicht doch noch was Pferdiges vor die Linse kommt… 😉

    Liebe Grüße
    Carina

  6. Iris

    Gänsehaut … oh Michaela, wie schön!
    Zauseliges (Winter-)Fell, verwunsche Augenblicke, weiße Teppiche aus Wassergänseblümchen, der kleine am Dösen während ein Herdenkumpel flehmt , knorrige Bäume, Stille … und schon sind die Pferde beim leisesten ungewöhlichen Geräusch verschwunden.
    Wie Du schon sagst: ein Ort zum Davonträumen! Recht hast Du!!!!
    Vielen Dank für diese Momentaufnahmen!

    Sonnige Grüße
    Iris & Ponydame Kimberly
    (hoffentlich geht bei uns bald die Weidesaison los … das Gras will dieses Jahr aufgrund der kalten Nachttemperaturen einfach nicht wachsen)

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