Auf Pelikanpirsch
Meine nächste Station war der Kerkini-See im Norden Griechenlands. Die Möglichkeit, dort Pelikane zu fotografieren, hatte mich angelockt. „Wenn es ein schönes Pelikanfoto gibt, bin ich schon zufrieden“, sagte ich bei der Planung. Es hat schon ein paar mehr ganz passable Fotos gegeben, die meisten verdanke ich Thomas, der mich in seinem Fischerkahn mit auf den See hinausnahm und mir einiges zum Verhalten der Tiere erklärte. Vielen Dank!
Wie der See entstand
Doch zunächst ein paar Worte zum See, denn nicht jeder wird ihn geografisch einordnen können: Der Kerkini-See liegt nahe der griechisch-bulgarischen Grenze etwa 100 km von Thessaloniki entfernt. Der See und sein Umfeld sind seit November 2006 als Nationalpark ausgewiesen. Das Gebiet steht seit 1990 unter dem Schutz der RAMSAR-Konvention und des europäischen NATURA-2000 Programms. Es gehört zu den 10 Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung in Griechenland. Seine Geschichte begann 1932, als ein erster Damm zur Regulierung des Strymonas gebaut wurde, um Überschwemmungen weiter flussabwärts zu verhindern.
Der heutige See mit seiner sehr reichen Flora und Fauna, ist ein Paradies für Birdwatcher und Naturfotografen. 300 Vogelarten, darunter mehrere weltweit gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten, wurden in dem Gebiet nachgewiesen. In Nationalpark gibt es am Seeufer das größte Vorkommen von Wasserbüffeln in Griechenland. Berichtet wird von 2800 Wasserbüffeln – in ganz Griechenland zählt man noch 3200 dieser Tiere. Neben den Wasserbüffeln sind die zahlreichen Dalmatischen Pelikane (Pelecanus crispus) das Aushängeschild des Schutzgebietes.
Hilfe, mein Tele ist zu lang!
Da die Fischer die Pelikane nicht verjagen, sondern ihnen gelegentlich beim Leeren der Netze einen Fisch zuwerfen, haben diese gegenüber den Fischerbooten nur eine geringe Fluchtdistanz und es lassen sich aus der Nähe schon mit 100-200 mm Brennweite sehr schöne Detailstudien anfertigen. Das lange Tele ist für viele Bildideen eher hinderlich, mit einer Naheinstellgrenze von knapp 2 Metern habe ich manche Szene verpasst, weil sich die Action in einem Bereich näher als 2 Metern abspielte! Also ging´s am nächsten Tag mit dem 24-105er nochmal los. Schön, dass Thomas wieder Zeit hatte. Welch ein Spaß! Diese Bilder sind dann übrigens bei Regen entstanden, könnt ihr sie herausfinden? Für ansprechende Flugaufnahmen braucht es dann aber doch etwas längere Brennweiten und – wie immer – geduldiges Beobachten.
Fotoreise-Tipps
So faszinierend das Fotografieren der Pelikane auch ist, kann ich mir im Moment nicht so richtig vorstellen eine Fotoreise an den Kerkinisee auszuarbeiten. Um alles, was dieser Nationalpark zu bieten hat, zu erkunden, war mein Aufenthalt einfach zu kurz. Doch wenn du auf eigene Faust diesen See besuchen möchtest, frag nach, ich gebe gerne meine Erfahrungen zu den besten Fotomöglichkeiten und zu Hotels und Restaurants weiter oder stehe dir nach Terminabsprache auch gerne dort vor Ort als Fotoscout zur Verfügung.
Richtig wohlgefühlt habe ich mich im Cafe Arxontariki in Lithotopos: schöne Musik, ein wärmendes Kaminfeuer und abends auch immer was Feines zu Essen. Arxontariki Kafe/facebook.
Hier ein paar meiner Pelikan Bilder (vergrößert beim Reinklicken). Die Fotos sind gar nicht oder nur ganz wenig beschnitten:
- Zu Gast bei der Olivenernte
- Von Griechenland nach Fuerteventura
Hallo Micha,
echt toll deine Pelikanfotos. Ich wusste gar nicht, das es in Grichenland Pelikane gibt. Auch deine Einführungen über Land und Leute sind sehr interessant geschrieben. Überhaubt ist dein ganzer Blog super, du bereitest deine Reisen super vor. Ich sehe, dass es dir viel Spaß macht, dein Abenteuerurlaub. Mach weiter so, ich wünsche dir immer das passende Objektiv zu deinen Bildern zur Hand.
Lieben Gruß aus dem Norden
Nicola