Auf Methana und Poros
Vor der Überfahrt von Pireus nach Santorini zum nächsten Kurs wollte ich die Vulkanhalbinsel Methana und die benachbarte Insel Poros fotografisch erkunden. Die Inseln liegen im Saronischen Golf vor der Ostküste des Peloponnes. Sie gelten als beliebtes Ausflugsziel der Athener, weil sie leicht mit den regelmäßig verkehrenden Fähren und Tragflügelbooten von Piräus aus zu erreichen sind. Über Land fährt man mit dem Auto bis zum kleinen Hafenort Galatas. Von dort fährt halbstündlich eine Fähre auf die nur 300m vor dem Festland gelegene Insel Poros (4,50 € für eine Person mit PKW). Poros ist nur 31 km2 groß. Die Einwohnerschaft konzentriert sich fast komplett auf den gleichnamigen Hauptort. Außerhalb prägt das satte Grün der Kiefern das Landschaftsbild. Die quirlige Atmosphäre an der Hafenmeile von Poros-Stadt hat mir gut gefallen. Viele Segelboote, internationales Publikum, zahlreiche kleine Läden, Cafes und Restaurants.
Die Halbinsel Methana ist laut Wikipedia „der nordwestlichste Ausläufer des Kykladenbogens, auf dem die aktiven Vulkangebiete Methana, Milos, Santorin und Nisyros liegen“. Das klang interessant und ich wollte mal auf einen Tag vorbei schauen. Daraus wurden vier Tage und die reichten bei weitem nicht, um alles zu entdecken, was Methana zu bieten hat.
Die 55km2 große und bis zu 713m hohe Halbinsel ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und überraschend gebirgig. Es gibt Hochebenen mit Pinienwäldern, Olivenhaine, Vulkandome und Reste einer Caldera. Aber auch zahlreiche kleine Buchten, einige mit schwefelhaltigen Thermalquellen vulkanischen Ursprungs. Der Name soll auf das Methan(gas) zurück gehen, das auf der Halbinsel an mehreren Stellen in sogenannten Mofetten aus der Erde kommt. Zu einer dieser Stellen bin ich hinabgestiegen. Eine kleine Kletteraktion – barfuß durchs Meer und über die Lavasteine in die Nachbarbucht – wurde mit einem beeindruckenden Farbspektakel in Gelb, Orange und Rot belohnt.
Im Hauptort Methana gibt es ein Thermalbad (war leider geschlossen), einige Geschäfte und zahlreiche Hotels und Pensionen. Hier legen auch die Schiffe von und nach Athen an. So richtig gefallen hat mir der Ort nicht, alles schien eine Nummer zu groß, die Straßen, Hotels, Restaurant-Terrassen. Wohlgefühlt habe ich mich dagegen in dem kleinen Fischerdorf Vathi an der Ostküste. Nette Atmosphäre mit mehreren kleinen Tavernen direkt am Wasser. Mythos vom Fass.
Um 230 v. Chr. fand einige km oberhalb von Vathi beim Dorf Kameni Chora ein schon von Ovid beschriebener Vulkanausbruch statt. Heute ist der dortige Lavadom eine der Sehenswürdigkeiten der Insel. Die Wanderung durch einen Kiefernwald und durch die Lavafelsen bietet spektakuläre Ausblicke auf den Saronischen Golf. Unter den Kiefern ein Blütenteppich von Alpenveilchen in allen nur denkbaren Rosatönen!
Methana bietet dem Landschaftsfotografen viele abwechslungsreiche und spektakuläre Motive. Aber auch mit dem Makro gibt es viel zu entdecken. In der Galerie unten seht ihr einige Ergebnisse. Neben dem unerschöpflichen Fotothema Alpenveilchen haben mich die Schmetterlinge, Libellen, Mantis und Taggeckos begeistert.
Fazit
Die Halbinsel Methana kann ich zum Wandern und Fotografieren nur empfehlen. Auch die von mir gewählte Jahreszeit Ende September/Anfang Oktober hat gut gepasst, schon wegen der vielen Insekten und Alpenveilchen. Schaut selbst, hier eine kleine Galerie mit Landschafts- und Makrobildern von dort. Die Vorschau-Bilder vergrößern beim Hineinklicken:
- Fotoreise nach Mexiko
- Santorini – Water-Art
Hallo Michaela,
das sind wieder so schöne Bilder, die einfach nur die Urlaubssehnsucht wecken.
Kaum vom ersten Herbsttrip zurück kommt ja bald das nächste Ziel. Ich freue
mich schon drauf – bis bald!
LG Carina