Kefalonia – auf der Jagd nach dem Blau
Diese Geschichte begann genau genommen vor einigen Jahren auf der Insel Fuerteventura. Kurz vor der Abreise wollte ich „noch schnell“ ein paar Fotos von den schönen Stränden im Norden machen. Mal eben das Blau und Grün des Wassers einfangen. Dachte ich. Doch so einfach war das wider Erwarten nicht. Ich lernte recht schnell, dass die Tageszeit, der Winkel der Sonne und der Kamera-Standort entscheidenden Einfluss darauf hatten, wie gut die Farben des Wassers im Foto wiedergegeben wurden. Mit anderen Worten, das Ganze entwickelte sich zu einer reizvollen Tüftel- und Forschungsaufgabe. Immer wieder habe ich in den zurückliegenden Jahren dann mit den Aufnahmeparametern experimentiert um mein Wissen um den optimalen Fotografierwinkel zu erweitern. Dieses Jahr nun schickte mir ein Freund Fotos von der griechischen Insel Kefalonia, auf denen Strände mit fast unwirklich türkisblauem Wasser zu sehen waren. Danke!!! Ich war fasziniert und spielte mit der Idee, dort eine Fotoreise zum Thema Farben des Wassers auszuarbeiten.
Kurzentschlossen machte ich mich auf den Weg. Eine Woche dauerte die „Forschungsreise“ auf der Jagd nach dem Blau. Das Schöne an einer kleinen Insel ist ja, dass man sowohl west- als auch ost-, nord- oder südexponierte Buchten auf kurzer Distanz besuchen kann. Ideale Bedingungen also, um alle Parameter, die die Farbwiedergabe des Wassers bestimmen, zu erforschen. Auch ideale Bedingungen für ein experimentell orientiertes Kursprogramm, in dem ich meine Erkenntnisse zum Thema weitervermitteln könnte. Nach dieser Woche bin ich überzeugt, dass die Insel alles hat, was es für eine spannende Fotoreise braucht. Was meinst du, würde dich das auch reizen? Mein Arbeitstitel des neuen Fotoprojektes: Fifteen Shades of Blue 🙂 .
Nicht jeder wird Kefalonia so ohne weiteres einordnen können. Darum hier ein paar Fakten: die Insel liegt vor dem Golf von Patras und gehört zu den Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands. Von diesen sieben Inseln ist Kefalonia mit 738 km2 die größte, der höchste Berg Mt. Enos ist 1628 Meter hoch. Insgesamt ist die Insel sehr gebirgig. Es gibt sooo viele Aussichtspunkte mit wunderschönem Blick von der Klippe auf das Meer und die kleinen versteckten Buchten unterhalb. Kefalonia hat rund 40.000 Einwohner, etwa die Hälfte davon lebt in der Hauptstadt Argostoli. Wenige Kilometer südlich von Argostoli befindet sich der Flughafen (EFL). Flüge ab Deutschland, Österreich und der Schweiz werden im Sommer regelmäßig angeboten. Doch die Insel wird nicht von Besuchermassen überflutet, was ich sehr angenehm fand. Es gibt auch keine durchorganisierte Bar-Infrastruktur, so dass ein alkoholfokussierter Tourismus nicht gefördert wird.
Ich besuchte nicht nur die fotogenen, von weißen Klippen eingefassten Traumstrände. Noch mehr zum Thema Blau fand ich bei einer Bootsfahrt auf einem Höhlen-See. Warum nur musste ich dabei immer an den Song „Don’t pay the Ferryman“ denken? Es muss an dem mystischen Licht gelegen haben, denn der freundliche Bootsführer hatte so gar nichts Furchteinflössendes an sich Das große Höhlengewölbe, in dem sich der Melissani-See befindet, liegt von der Ostküste aus leicht landeinwärts, nicht weit vom Hafenort Sami entfernt. Bei dem See handelt es sich um ein geologisches Phänomen. Das Wasser versickert weit entfernt in Felsspalten nahe Argostóli und durchläuft ein etwa 16 km langes, unterirdisches Höhlensystem. Auf meinen Fotos sieht das Blau des Wassers aus, als wäre mir im Lightroom der Farbsättigungsregeler entglitten. Aber es ist wirklich sooo blau! Nur im Gegenlicht kommt das natürliche Blau nicht so kräftig daher.
Ein weiteres Fotothema auf der Insel waren die Geisterdörfer und die alte Akropolis von Sami. Jeweils inmitten ehrwürdiger und charaktervoller Olivenbaumgestalten. Dort hätte ich Tage zubringen können. Die beiden Fotos unten sind in dem verlassenen Dorf Alt Vlachata entstanden. Vlachata wurde nach dem starken Erdbeben (7.2 Richter) das 1953 die Insel heimsuchte, zerstört und verlassen. Vor 1953 hatte das Dorf 800-900 Einwohner. In den Ruinen findet seit einigen Jahren jeweils in der zweiten Augustwoche das Saristra Musik- und Kunstfestival statt.
Hier eine kleine Galerie mit Fotos von den Vorerkundungen der letzten Woche. Meine Favoriten sind die Nummern 2 und 16. Und welche gefallen dir am besten?
- Die Schafschur auf Sardinien – Tradition, Ritus, Fest
- Gastbeitrag: Sardiniens Süden
Liebe Michaela,
Meine Favoriten sind die Aufnahmen 18/19 Mythos-Beach sowie natürlich die Aufnahme mit dem
wunderschönen „Ulivi“.
Danke, Margareta! Hast du`s gesehen? Der Dritte von hinten schaut dich an!
LG
Michaela
Hallo Michaela,
schon wieder so schöne Bilder, eine so schöne Insel, die Du uns zeigst – da bekommt man fast Herzklopfen und möchte sofort in den Flieger steigen…!
Die Aufnahmen sind alle so schön, da möchte ich mich gar nicht entscheiden.
Herzliche Grüße
Christa
Liebe Michaela,
ein wunderschönes Fleckchen Erde hast du da entdeckt!
Nach dem Lesen deines Berichts möchte man sofort die Koffer packen und den nächsten Flug buchen!
Die Fotos sind alle ein Traum, da kann und möchte ich mich gar nicht entscheiden.
Liebe Grüße
Kathrin
Hallo Michaela
das Blau ist einfach unvergleichlich. Kaum zu glauben, wie schön das ist. Mir gefallen die Bilder Nr. 15, 16 und 29 am besten. Insagesamt fällt die Wahl schwer bei all den schönen Bildern. Liebe Grüße Jutta
Hallo Michaela,
es scheint das du da wirklich eine traumhafte Insel gefunden hast. Echt tolle Bilder. Wir kommen auf jeden Fall mit, wenn wir Urlaub bekommen.
Liebe Grüsse
Yvonne
Hallo Yvonne,
dann drücke ich euch ganz fest die Daumen, dass ihr Urlaub bekommt.
LG
Michaela
Hallo Michaela,
das ist wieder ein wunderbarer Bericht in dem man wieder ein Stück Welt kennenlernt.
Einfach nur ein Traum!!!
Und ja – wenn es zeitlich reinpaßt würde ich die Fifteen shades of blue mitmachen!
Das muss man ja selbst erlebt haben.
Es fällt mir sehr schwer einen Favoriten auszumachen – 2 und 16 auf jedenfall, 18…
der Glitzeraugenmann…ach – alle sind genial!
Danke dass Du uns dorthin entführt hast…
LG
Carina
Hi Carina,
Gern geschehen 🙂 und danke für das tolle Feedback.
LG
Michaela
Hallo Michaela,
es ist mal wieder sehr schwer sich für EIN Bild zu entscheiden.
Alle Fotos sind mal wieder sehr gut gelungen und wunderschön.
Bild 20 koennte mit etwas Phantasie an den Kopf eines auf dem Rücken im Wasser liegenden Riesen erinnern, der den Sonnenuntergang genießt.
Liebe Grüße aus Griechenland.
Heinz